Borussia Dortmund

Erhobener Zeigefinger: Stress zwischen Hummels und Reus?

Hummels hätte für seine Leistung mindestens ein Remis verdient gehabt. Foto: Getty Images
Hummels hätte für seine Leistung mindestens ein Remis verdient gehabt. Foto: Getty Images

Borussia Dortmund hat bei Manchester City am Mittwochabend an einer Überraschung in der Champions-League-Gruppenphase geschnuppert. Eine über fast 80 Minuten nahezu fehlerfreie Leistung gegen den Ball ermöglichte dem BVB eine 1:0-Führung, die sich der Vizemeister anschließend noch vom Brot nehmen ließ. Mats Hummels reagierte auf die 1:2-Niederlage merklich angefressen.

Der Abwehrchef des BVB hatte individuell vermutlich sein stärkstes Spiel seit Monaten hingelegt, war absolut der Fels in der Brandung für die Gäste aus dem Ruhrgebiet. Sinnbildlich etwa eine herausragende Grätsche, mit der er den einschussbereiten Erling Haaland ärgern konnte. Nachdem der Norweger die Niederlage beschert hatte, war Hummels als erster BVB-Profi am Mikrofon des übertragenden Streamingdiensts DAZN. "Wir hatten City genau da, wo wir sie haben wollten. Und dann werden wir kurz vor den Gegentoren passiv. Wir wollten das Spiel nur noch über die Zeit bringen", ärgerte sich der Weltmeister da.

Vorwürfe an Reus?

Wie die Bild-Zeitung berichtet, kam es aber zwischen Abpfiff und dem Interview noch zu einem Vorfall auf dem Platz. Demnach redete Hummels auf Marco Reus ein, erhob dabei den Zeigefinger, als der Kapitän dabei war, sich unter anderem von Haaland zu verabschieden. Die Interpretation des Boulevardblatts: Hummels warf in der Szene Reus vor, vor dem Ausgleichstreffer von John Stones nicht mehr die entscheidenden Meter gemacht zu haben, um den satten Schuss von der Strafraumkante zu verhindern oder wenigstens zu beeinflussen.

Beziehung gilt als eher kühl

In seiner öffentlichen Aussage hielt sich Hummels mit konkreten Vorwürfen an einzelne Kollegen zurück, nahm sogar Nico Schlotterbeck in Schutz, der als nächster Gegenspieler bei der Akrobatik-Einlage von Haaland machtlos war. Auf dem Platz soll das also anders ausgesehen haben. Zu großem Streit kam es allerdings nicht, wohl auch, weil Reus den etwas enragierten Hummels mehr oder minder ignoriert habe. Grundsätzlich gelte die Beziehung zwischen dem Spielführer und dem eigentlichen Wortführer beim BVB als professionell aber eher kühl, heißt es. Ob sie nun wegen der vom Boulevardblatt beschriebenen und interpretierten Szene Schaden nimmt, sei dahingestellt. Jeder Fußballer weiß, dass im Eifer des Gefechts und mit hohem Adrenalinspiegel Dinge passieren können, die nachher nicht auf die Goldwaage zu legen sind.

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
15.09.2022