Guter Start 2024

Erfolg auf tönernen Füßen? BVB wartet auf echten Härtetest

Dortmund hat 2024 eine gute Ergebnisserie hingelegt. Foto: Getty Images
Dortmund hat 2024 eine gute Ergebnisserie hingelegt. Foto: Getty Images

In der Bundesliga-Tabelle für Kalenderjahr 2024 ist Borussia Dortmund nach fünf Spieltagen das Spitzenteam. 13 Punkte und eine Tordifferenz von 13:1 sprechen eine deutliche Sprache zugunsten des BVB. Ein oberflächlicher Blick suggeriert, dass Edin Terzic bereits zum dritten Mal in der Winterpause den sprichwörtlichen Hebel umgelegt hat, um die Schwarzgelben zum Erfolg zu führen.

BVB-Gegner auf den Plätzen 18, 17, 14, 10 und 7

Dabei ist aber mehr als nur dieser oberflächliche Blick nötig. Wenn er auf den Spielplan und die bisherigen Gegner des BVB geht, relativiert sich die Anmutung der Dortmunder Erfolgsstory im neuen Jahr ein Stück weit. Nacheinander hat die Terzic-Elf gegen die Teams auf den Plätzen 18, 17, 14, 10 und 7 der Bundesliga-Tabelle gespielt. Wohlwollend könnte man nun sagen, dass die Gegner immer besser wurden und die Fortschritte der Schwarzgelben insofern positiv zu bewerten sind. Es lässt sich aber auch ein simpler Fakt festhalten: Einen echten Härtetest hat der BVB im Kalenderjahr 2024 noch nicht hinter sich bringen müssen.

Wird das Achtelfinale gegen die PSV der erste Stresstest?

In der Bundesliga wird es dafür mutmaßlich noch Wochen dauern: Mit den Gegnern Wolfsburg, Hoffenheim, Union Berlin und Werder Bremen könnte die Serie von Dortmund anhalten, ohne dass sie einem großen Stresstest unterzogen wird. Den dürfte im Liga-Alltag erst das Doppel aus Partien gegen Eintracht Frankfurt und beim FC Bayern rund um die Länderspielpause im März liefern. Zuvor steht das Achtelfinale der Champions League für einen potenziellen Härtetest: Zwar brach bei vielen BVB-Fans nach der Auslosung Jubel über das vermeintlich einfache Los PSV aus Eindhoven aus, die Mannschaft von Ex-Trainer Peter Bosz ist ausweislich einer Top-Saison in der Eredivisie und Platz zwei in der Champions-League-Gruppe mit dem FC Arsenal, RC Lens und FC Sevilla aber allemal ernst zu nehmen.

Neue defensive Stabilität noch nicht ernsthaft geprüft

Die PSV dürfte vor allem die vermeintlich deutlich stabilisierte BVB-Defensive auf Herz und Nieren prüfen. Die Statistik liest sich beeindruckend: Erst ein Gegentor hat Dortmund im neuen Jahr kassiert, das bestellte mit Nico Schlotterbeck auch noch ein BVB-Verteidiger selbst. Allerdings war der Vizemeister mit Ausnahme der Partie gegen den SC Freiburg am Wochenende immer auch mit dem Glück im Bunde oder verließ sich auf die Ausnahmequalität von Gregor Kobel. Nach Angaben des Statistikportals Understat hat der BVB in den fünf Bundesliga-Partien des neuen Jahres einen xG-Wert von 3,85 zugelassen, hätte also bei gewöhnlicher Chancenverwertung seiner Gegner drei oder vier Gegentore kassiert, anstelle bisher nur eines Eigentores. Das wäre noch immer ein guter Wert, hätte aber schon Punkte kosten können. Und das gegen Teams, die in der Rangliste der torgefährlichsten Bundesliga-Teams im Schnitt auf Platz 14 liegen. Auch in dieser Hinsicht steht der große Test gegen einen offensivstarken Top-Gegner noch aus. Immerhin hat Terzic wohl bereits erkannt, dass der Erfolg des BVB im neuen Jahr noch der Bestätigung bedarf.

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Lars Pollmann  
14.02.2024