Skandal-Stürmer

Enrich über Schalke-Absage: "Das ist eine totale Lüge"

Enrich bleibt weiter vertragslos. Foto: Imago
Enrich bleibt weiter vertragslos. Foto: Imago

Der FC Schalke 04 hat unter der Woche die Verpflichtung des vertragslosen Stürmers Sergi Enrich geprüft, letztlich aber Abstand davon genommen. Medien interpretieren die Absage an den Spanier im Zusammenhang mit dessen Verurteilung für die unerlaubte Verbreitung eines Videos, das ihn und einen Mitspieler beim Geschlechtsverkehr mit einer Frau zeigt.

Diese Darstellung missfällt dem 31-Jährigen ungemein. "Es heißt, dass ich nicht bei Schalke unterschrieben habe, weil die Fans des Vereins mich gelyncht hätten. Das ist eine totale Lüge", so der zuletzt als Kapitän des spanischen Erstligisten SD Eibar aktive Angreifer gegenüber dem Radiosender Cadena Cope. Zwar habe er durchaus negative Nachrichten von Schalke-Fans erhalten, erklärt Enrich, aber auch viel Zuspruch. 

Absage mitten im Medizincheck

"Ich bin am Dienstag nach Deutschland geflogen, ohne einen Vertrag zu haben. Am Mittwoch haben wir mit dem Medizincheck angefangen, während meine Berater den Vertrag ausgehandelt haben." Mitten in der Untersuchung habe Schalke dann mitgeteilt, dass es zu keiner Einigung gekommen sei und der Medizincheck abzubrechen sei. Ein Tweet des Klubs habe anschließend für die Verwirrung gesorgt. Schalke ließ über die sozialen Medien wissen, dass Enrich nicht unterschreiben werde.

"Das Opfer hat mir vergeben"

"Ich verstehe nicht, warum sie so etwas verkünden müssen, zumal ich während der ganzen Zeit auch mit anderen Klubs verhandelt habe", so Enrich. Die Vermutung liegt nahe, dass Schalke eben doch wegen der brisanten Vorgeschichte des Spaniers von einer Verpflichtung absah und öffentlichem Druck vorbeugen wollte. "Ich habe einen Gerichtsprozess hinter mir, das Opfer hat mir vergeben", sagt Enrich selbst dazu. Erst im Januar war der Angreifer für seine Tat aus dem Jahr 2016 zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden, zudem erging eine Geldstrafe im sechsstelligen Bereich.

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Lars Pollmann  
12.09.2021