Bayern unter Top 10

England dominiert: Die 'Einkaufsmeister' im Transfer-Sommer

Tuchel wurden im Sommer die meisten Wünsche erfüllt. Foto: Getty Images
Tuchel wurden im Sommer die meisten Wünsche erfüllt. Foto: Getty Images

Die Transferperiode in den großen europäischen Ligen ist am Donnerstag mit dem Deadline Day zuende gegangen. Der größte Trend des Sommers versetzt vier der fünf Top-Ligen der UEFA in Alarmbereitschaft: Die Premier League ist der Konkurrenz völlig enteilt. Die 20 Klubs der englischen Eliteklasse haben 2,25 Milliarden Euro für Transfers hinblättern können.

Es wirkte in den vergangenen Wochen beinahe bizarr, was selbst Mittelklasse-Klubs wie West Ham United oder die Wolverhampton Wanderers veranstalten konnten, ganz zu schweigen vom Kaufrausch des FC Chelsea unter den neuen Besitzern um den US-Milliardär Todd Boehly. Den sprichwörtlichen Vogel hat aber wohl Nottingham Forest abgeschossen. Der Aufsteiger, zum ersten Mal seit 199 Erstligist, hat gefühlt seinen gesamten Kader neu zusammengekauft. Tatsächlich haben nur vier Klubs im Sommer-Transferfenster mehr Geld für Spieler ausgegeben als Forest. fussball.news hat die Daten zusammengetragen.

1. FC Chelsea, 281,99 Millionen Euro

Die Blues haben insgesamt acht externe Neuzugänge verpflichtet. Der teuerste Einkauf war dabei Wesley Fofana von Leicester City, der 80,4 Millionen Euro gekostet hat. Auch Marc Cucurella und Raheem Sterling waren im Sommer 2022 die teuersten Spieler auf ihren jeweiligen Positionen. Bei Einnahmen von etwas mehr als 54 Millionen Euro beläuft sich das negative Transfersaldo auf rund 227 Millionen Euro. Auch in dieser Hinsicht war Chelsea der Big Spender des Sommers.

2. Manchester United, 238,02 Millionen Euro

Insgesamt reicht das Investment der Red Devils nicht ganz an Chelsea heran, dafür befindet sich unter den nur sechs externen Neuzugängen mit dem Brasilianer Antony von Ajax der teuerste Spieler des Sommers. 95 Millionen Euro musste der Rekordmeister für den recht unerfahrenen Flügelspieler zahlen. United hat zudem kaum Einnahmen verzeichnet, sodass das Transfersaldo fast genauso negativ ist wie bei Chelsea.

3. West Ham United, 182,00 Millionen Euro

Die Investitionen von Chelsea und ManUnited kann man als Außenstehender noch gewissermaßen nachvollziehen, weil es Top-Klubs von Weltrang sind. Bei den Hammers fällt das schon etwas schwerer. West Ham hat zum Beispiel noch nie in der Champions League gespielt. Bei den Londonern haben acht externe Neuzugänge Ablösen gekostet, die höchste floss dabei für Lucas Paqueta an Olympique Lyon (42,95 Millionen Euro).

4. Tottenham Hotspur, 169,90 Millionen Euro

Die Spurs haben aus den Erfahrungen anderer Klubs gelernt und Star-Coach Antonio Conte möglichst viele Transferwünsche erfüllt. Sieben externe Neuzugänge sind gekommen, zudem hat der Klub eine Kaufoption bei Cristian Romero gezogen. Der teuerste Einkauf ist Richarlison, der Stürmer vom FC Everton kostete 58 Millionen Euro.

5. Nottingham Forest, 161,95 Millionen Euro

Was bleibt bezüglich Nottingham noch zu sagen? Zum Beispiel, dass der Aufsteiger auch in der Bundesliga die Kassen hat klingeln lassen. Vier der 21 (!) externen Neuzugänge haben vorher hierzulande gespielt. Der teuerste Deal war aber die Verpflichtung von Morgan Gibbs-White für schlappe 29,5 Millionen Euro von den Wolves. Der U21-Nationalspieler war letzte Saison noch leihweise in der 2. Liga aktiv.

 

 

6. FC Barcelona, 153,00 Millionen Euro

Neben Forest hat wohl das Transfergebaren von Barca für die meisten Diskussionen gesorgt. Die ganze Branche fragte sich zeitweise, wie der hochverschuldete Klub seine spektakulären Deals bewerkstelligt hat. Als Julian Nagelsmann das öffentlich tat, hagelte es Rüffel aus Katalonien. Letztlich hat Barca nur für drei von sechs Neuzugängen Ablösen gezahlt, Raphinha von Leeds United war für 58 Millionen Euro der teuerste davon.

7. Paris Saint-Germain, 147,50 Millionen Euro

Wenn von Transfer-Exzessen die Rede ist, war zuletzt im selben Atemzug fast immer PSG gemeint. Im Sommer hat aber ein Umdenken stattgefunden. Anstatt sündhaft teurer Superstars haben die Franzosen eher in die Breite investiert und insgesamt sechs Neulinge geholt. Der teuerste: Vitinha vom FC Porto für 'nur' 41,5 Millionen Euro. PSG hat zudem zahlreiche Profis abgegeben und so das Transfersaldo im vergleichsweise erträglichen Bereich gehalten (-94 Millionen Euro). 

8. Manchester City, 139,50 Millionen Euro

Gemessen am frühen Preis-Leistungsverhältnis hat ManCity vielleicht den besten Deal gemacht, Erling Haaland erobert jedenfalls auch die Premier League im Sturm. Die an Borussia Dortmund geflossene Ablöse soll dabei bekanntlich nur 60 Millionen Euro betragen haben. Damit ist der Norweger auch der kostenintensivste von insgesamt fünf Einkäufen. Weil gleichzeitig neben Sterling auch andere Profis teuer verkauft wurden, haben die Skyblues sogar einen Transferüberschuss von 20 Millionen Euro erzielt.

9. FC Bayern, 137,50 Millionen Euro

Obwohl es 'nur' die neunthöchsten Investitionen waren und mit Robert Lewandowski der beste Stürmer der vergangenen Jahre den Klub verlassen hat, gibt es für kaum einen Klub so großes Lob wie für den FC Bayern. Sadio Mane ist bereits ein Volltreffer, der noch deutlich teurerer Matthijs de Ligt (für zunächst 67 Millionen Euro von Juventus) sollte bald auch ein solcher werden. Fünf Neuzugänge haben den Rekordmeister noch besser gemacht, wenn das überhaupt ging.

10. Wolverhampton Wanderers, 136,60 Millionen Euro

Die Wolves haben sich für ihre Verhältnisse in einer Hinsicht fast zurückgehalten: Es kamen nur zwei neue Portugiesen in die West Midlands. Matheus Nunes mit einer Ablöse von 45 Millionen Euro für Sporting war sogleich auch der teuerste Einkauf des Klubs. Bei Sasa Kalajdzic und Hee-chan Hwang, der zuvor bereits geliehen war, haben auch der VfB Stuttgart und RB Leipzig vom Kaufrausch in Wolverhampton profitiert.

(Ablösesummen via Transfermarkt)

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Lars Pollmann  
02.09.2022