Vier Kandidaten

Eintrachts Konkurrenzkampf auf rechts: Luxus oder Problem?

Erik Durm konnte sich gegen den FCA nicht empfehlen. Foto: Imago

Eintracht Frankfurt hat aktuell vier etatmäßige Rechtsverteidiger im Kader. Auf keiner anderen Position herrscht bei den Hessen ein solcher Konkurrenzkampf. Muss deshalb noch einer der Akteure gehen? Rund zehn Tage vor Transferschluss kein einfaches Unterfangen.

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Danny da Costa, Erik Durm, Almamy Toure und Timothy Chandler: Vier Rechtsverteidiger tummeln sich derzeit bei Eintracht Frankfurt. Eine Fehlplanung aus vergangenen Zeiten, mit der Trainer Oliver Glasner und Sportboss Markus Krösche konfrontiert sind. In den ersten beiden Saisonspielen lief jeweils da Costa auf der rechten Seite auf. Nach seiner Rückkehr vom FSV Mainz 05 war der 28-Jährige unter Oliver Glasner gesetzt. Der hält grundsätzlich große Stücke auf da Costa, brachte gegen den FC Augsburg (0:0) nach zwei Niederlagen zum Saisonbeginn Erik Durm. "Wir wollten heute nach den Auftaktniederlagen mit Erik Durm dessen Erfahrung, seine Ruhe am Ball einbringen. Er hat das sehr, sehr gut und solide gemacht. Das war heute die Idee. Wir wussten, dass Augsburg über Ruben Vargas immer auf Konter wartet, deshalb wollten wir diese Balance im Spiel", erklärte Glasner nach dem Spiel auf Nachfrage von fussball.news.

Toure verschärft Konkurrenzkampf nach Länderspielpause

Doch wie vieles nach der Partie sah der Österreicher auch die Leistung des Rechtsverteidigers etwas positiver als die Fakten es aufzeigen. Mit einer Passquote von nur 69 Prozent und einer Zweikampfquote von 56 Prozent wies der 28-Jährige die schwächsten Werte aller Verteidiger auf. Eine wirkliche Verbesserung konnte Glasner mit der Hereinnahme Durms nicht erzielen. Danny da Costa und Timothy Chandler saßen ihrerseits 90 Minuten auf der Bank. Auch Almamy Toure wird demnächst zurückkehren, obgleich Glasner sagte: "war sehr, sehr lange verletzt. Ihm wollen wir die Zeit geben, zurückzukommen. Er wird sicherlich vor der Länderspielpause noch nicht für uns zum Einsatz kommen." 

"Alle gehen sehr gut damit um"

Eine Ausgangslage mit Konfliktpotential? Glasner wird in Zukunft wohl eher selten alle vier Rechtsverteidiger mit in den Kader nehmen, entsprechend wird immer mindestens einer auf der Tribüne sitzen, sollte Touré nicht als Innenverteidiger oder Durm und Chandler für die linke Seite eingeplant werden. "Wir haben eine sehr, sehr offene und ehrliche Kommunikation in beide Richtungen. Die Spieler zu mir, zu uns und wir auch mit den Spielern. Alle gehen sehr gut damit um", gab der 46-Jährige aus seiner Sicht Entwarnung in Sachen Konfliktpotential. "Die Spieler können sich jede Woche, jeden Tag im Training zeigen und dann entscheiden wir, bei wem wir denken, dass er am besten in Form ist und was am besten passt. Die Spieler nehmen das sehr, sehr professionell auf. Das erwarten wir auch. Das ist bei uns also eigentlich überhaupt kein Thema."

Schwierige Wechseloptionen

Einen Wechsel legte er keinem der Akteure nahe. Das würde sich ohnehin schwierig gestalten. Timothy Chandler ist wichtig für das Mannschaftsklima, hat zuletzt erst einen Rentenvertrag bis 2025 unterschrieben. Er wird den Klub wohl nicht mehr verlassen. Und auch Durm und Touré haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie sich auch ohne Anstalten auf die Bank setzen. Danny da Costa hingegen hat einen Verbleib beim FSV Mainz 05 ausgeschlagen, um bei seiner Eintracht unter dem neuen Trainer wieder anzugreifen. Sein Vertrag läuft 2022 aus, Verhandlungen um eine Verlängerung liegen derzeit auf Eis. Die Stammplätze auf der Rechtsverteidigerposition sind in der Bundesliga aktuell ohnehin nahezu alle vergeben. Glasner wird sich wohl etwas einfallen lassen müssen, wenn das Luxusproblem auf rechts nicht zu einem echten Problem werden soll.  

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Benjamin Heinrich  
22.08.2021