Abgang mit Nebengeräuschen

Eintracht-Aus: Bobic hat "Entscheidung im Februar 2020 getroffen"

Fredi Bobic äußerte sich noch einmal zu seinem Abgang bei der Eintracht. Foto: Imago

Bei seiner offiziellen Vorstellung als neuer Geschäftsführer Sport bei Hertha BSC richtete Fredi Bobic seinen Blick vor allem auf die Zukunft. Kurz allerdings blickte er auch zurück und sprach über seinen Abgang von Eintracht Frankfurt, der kein einfacher war.

Fredi Bobic goss bei seiner offiziellen Vorstellung bei Hertha BSC aus Sicht von Eintracht Frankfurt noch einmal Öl ins Feuer bezüglich seines Abgangs bei den Hessen: "Die Entscheidung habe ich im Februar 2020 getroffen. Da habe ich dem Aufsichtsrat gesagt, dass ich gedenke den Verein zu verlassen. Da war Hertha noch kein Thema, ich wollte mich persönlich verändern." Zu einem Zeitpunkt, an dem die Eintracht nicht wie bei seinem öffentlich hinterlegten Wechselwunsch im März um die Champions League spielte. Das Vorhaben war bereits im Sommer 2020 Frankfurt zu verlassen: "Ich hatten den Plan da schon rauszugehen und vielleicht ein Jahr Pause zu machen, um durchzuschnaufen." 

"Diese Freiheiten habe ich"

Ein Plan, den der 49-Jährige aufgrund der Coronakrise verwarf und nun, als sich die Option Hertha BSC bot, auch nicht wieder aufnahm: "Irgendwie hat mich dieses Coronajahr innerlich so gepackt. In mir ist schon frühzeitig der Entschluss gereift, dass ich etwas Neues machen möchte. Der eine oder andere versteht es nicht. Das ist halt so. Aber es ist meine persönliche Entscheidung. Diese Freiheiten habe ich und auch eine Unabhängigkeit das so zu tun." Im Umfeld der Eintracht kreiden viele Bobic das öffentliche Vorpreschen an, mit dem er die Verantwortlichen einerseits unter Druck setzte, andererseits aber auch Unruhe in den Klub brachte. Das Verpassen der Champions League wird stets auch in Zusammenhang mit dem Abgang des Sportvorstandes, aber auch mit dem von Trainer Adi Hütter genannt. 

"Weiß, was wirklich gesprochen wurde"

Die Berichterstattung rund um seine Person kritisierte Bobic in diesem Kontext aber auch: "Es gab die letzten zwei, drei Monate zu viel, was geschrieben und geredet worden ist. Teilweise auch sehr Befremdliches." Er selbst habe sich laut eigener Aussage in dieser Phase "stark zurückgehalten, weil ich weiß, was hinter den Kulissen wirklich gesprochen wurde." Aufsichtsratschef Philip Holzer wollte diese Aussagen auf einer Pressekonferenz am Dienstag nicht mehr kommentieren, betonte vielmehr die freundliche Verabschiedung Bobics und wollte den Fokus auf die Zukunft legen. Und auch Bobic gab sich zum Schluss noch versöhnlich: "Ich bin absolut dankbar und glücklich über die fünf Jahre, die ich in Frankfurt hatte. Auch mit diesem Erfolg. Ich meine es von Herzen. Das war eine überragende Zeit."

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Benjamin Heinrich  
01.06.2021