Nach Stuttgart-Pleite

Effenberg schießt gegen Gladbach: "So kannst du nicht bestehen in der Bundesliga"

Trotz dieser Rettungstat befindet sich Gladbach im freien Fall. Foto: Getty Images.
Trotz dieser Rettungstat befindet sich Gladbach im freien Fall. Foto: Getty Images.

Borussia Mönchengladbach hat sich am Samstag um einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gebracht. Trotz einer 2:0-Führung verloren die Fohlen gegen den VfB Stuttgart mit 2:3. Stefan Effenberg lässt kein gutes Haar an der Borussia, auch Steffen Freund äußert Kritik.

Falls es einen Ausweg aus der Krise gibt, ist Borussia Mönchengladbach seit Ende November darum bemüht, diesen zu finden. Doch von den letzten 13 Bundesligaspielen hat die Elf vom Niederrhein nur zwei gewonnen, insgesamt wurden erst neun Punkte in diesem Zeitraum gesammelt. Die Gesamtausbeute von 27 Punkten aus 25 Spielen unter Adi Hütter ist besorgniserregend, auch die Zahl von 51 Gegentoren - nur Hertha BSC (58) und Greuther Fürth (64) haben noch mehr kassiert - lässt erahnen, wie es um die Borussia bestellt ist.

Sieg in Stuttgart verspielt

Gegen den VfB Stuttgart bemühte sich Gladbach um einen defensiveren Ansatz, hatte trotz der Kompaktheit im Zentrum aber Schwierigkeiten im Verteidigen der Tiefe. Auch wurde häufig der Rückraum vernachlässigt, wenn der VfB auf den Außenbahnen durchgebrochen ist und den Ball in den Strafraum geschlagen hat. So geschah es, dass die 2:0-Führung aus der Hand gegeben wurde und alle Punkte im Schwabenland blieben. Statt sieben Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz stehen nun vier zu Buche, zudem sind die Stuttgarter auf Rang 17 liegend nur fünf Punkte entfernt. Entsprechend deutlich wurde Stefan Effenberg in seiner Kritik, die er im Sport1-Doppelpass geäußert hat.

Effenberg: "So kannst du nicht auftreten"

"So kannst du eigentlich nicht bestehen in der Bundesliga, das ist Alibi. Dieses Zweikampfverhalten im Mittelfeld, so kannst du nicht auftreten gegen jemanden, der unten drinsteht", kritisierte der Ex-Profi die Fohlen am Sonntag und betonte: "Ich habe das Gefühl, dass die Spieler mit den Gedanken irgendwo schon im Sommer in Verhandlungen mit einem anderen Verein stecken. […] Da sind nun Führungsspieler gefragt, die Dinge intern anzusprechen. Ich bezweifele aber, dass es die in Gladbach gibt."

Freund: "Kettnreaktion, die mit dem Abgang von Marco Rose anfing"

In den Augen von Steffen Freund befindet sich Gladbach allerdings nicht erst seit dieser Saison im Abwärtstrend: "Dazu die Konstellation und Kettenreaktion, die ja schon mit dem Abgang von Marco Rose anfing, als du noch unter den besten 16 in Europa warst", sagte der 52-Jährige und ergänzte: "Da nun genau den Punkt zu finden, wie man rauskommt, ist gar nicht möglich. Die Mannschaft ist nun mal so zusammengestellt, und derjenige, der dafür verantwortlich war – nämlich Max Eberl – der ist auch noch weg." Solange die Vereinsführung an Hütter festhält (fussball.news berichtete), gilt es, im Sommer einen großen Umbruch zu vollziehen, um einen Neuanfang zu wagen.

Florian Bajus  
06.03.2022