WM-Kader

Effenberg "hätte Hummels definitiv mitgenommen"

Hummels hat unter Flick kein einziges Länderspiel absolviert. Foto: Getty Images
Hummels hat unter Flick kein einziges Länderspiel absolviert. Foto: Getty Images

Die für viele Beobachter größte Überraschung im deutschen WM-Kader ist ein darin fehlender Name: Dass Mats Hummels von Borussia Dortmund bei der Endrunde in Katar nicht dabei sein wird, wird seit Donnerstagmittag heiß diskutiert. Stefan Effenberg vertritt dabei eine klare Meinung.

Der Experte bezeichnet die Nichtberücksichtigung des Weltmeisters von 2014 in einer Kolumne für t-online.de als "riesengroße Enttäuschung". Er könne den Frust des Abwehrchefs von Borussia Dortmund völlig nachvollziehen, so Effenberg. "Ich hätte schon gedacht, dass er aufgrund seiner Erfahrung und Fitness nominiert wird. Ich hätte Hummels definitiv mitgenommen, weil er auf höchstem Niveau in der Champions League großartig performt und funktioniert hat." Flick entschied sich stattdessen für Armel Bella Kotchap, wobei durchaus naheliegt, dass nicht allein das Alter den Ausschlag zugunsten des Top-Talents vom FC Southampton gegeben hat (fussball.news analysierte).

"Kader, der uns in Zukunft noch ein Stück weit begleitet"

Dennoch hat Effenberg für diese Argumentation des Bundestrainers durchaus Verständnis. "Er muss eben auch einen Kader zusammenstellen, der uns in Zukunft noch ein Stück weit begleitet", meint der Ex-Profi wohl, dass Bella Kotchap als Spieler von glänzender Perspektive mit Turniererfahrung ausgestattet werden soll. "Antonio Rüdiger ist als Abwehrchef bei Flick gesetzt. Dazu hat er auch noch Niklas Süle, Nico Schlotterbeck und Matthias Ginter in der Hinterhand", betont Effenberg außerdem.

"So muss er das jetzt sehen"

Den ganz großen Bedarf für Hummels hat Flick so nicht gesehen und sich mutmaßlich auch dafür entschieden, einen potenziellen Unruheherd auszuschließen, auch wenn der BVB-Profi zuvor betont hatte, sich in jeder Rolle in den Dienst der Mannschaft stellen zu wollen. Stattdessen hat der 33-Jährige nun bald Urlaub. "Er kann sich jetzt zu 100 Prozent auf Dortmund konzentrieren. Dadurch hat er vielleicht noch ein oder zwei Jahre länger, die er dort spielen kann. So muss er das jetzt sehen, auch wenn es gerade schwierig ist", so der Ratschlag von Effenberg.

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
11.11.2022