"Schwierigste Wochen meiner Karriere"

"Echte kölsche Jung" Zieler verlässt H96 "mit einer Träne im Auge"

Zieler wurde aus Hannover regelrecht weggeekelt. Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images
Zieler wurde aus Hannover regelrecht weggeekelt. Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Ron-Robert Zieler ist am Donnerstag ganz offiziell zu seinem Jugendklub zurückgekehrt. Der Weltmeister von 2014 ist die neue Nr.2 beim 1.FC Köln. Bei Hannover 96 hatten sie ihn zuvor regelrecht weggeekelt. Dennoch fällt dem Keeper der Abschied schwer.

"Ich bin erst im vergangenen Sommer aus voller Überzeugung nach Hannover zurückgekommen", schreibt der Routinier bei Instagram. Es sei sein Ziel gewesen, mit den Niedersachsen etwas aufzubauen und in die Bundesliga zurückzukehren. Der Verein bedeute ihm weiter sehr viel. "Deshalb gehe ich mit einer Träne im Auge", so Zieler. "Zum anderen bin ich aber auch ne echte kölsche Jung, wie man so schön sagt."

"Hätte nicht viele Optionen gegeben"

Die Möglichkeit, zum FC zurückzukehren, sei für ihn durchaus unverhofft gekommen. Nur deshalb sei er überhaupt dazu bereit gewesen, aus Hannover fortzugehen. "Auch wenn meine aktuelle Situation bei 96 sicher nicht leicht ist, es hätte nicht viele Optionen gegeben, für die ich den Verein verlassen hätte", versichert Zieler. Damit spricht der Ex-Nationalspieler den wenig charmanten Umgang der Vereinsführung mit seiner Person an. Nach der Degradierung durch Trainer Kenan Kocak nannte Geschäftsführer Martin Kind die Rückholaktion aus dem Sommer 2019 öffentlich einen Fehler.

"Schwierigsten Wochen meiner gesamten Karriere"

"Die letzten Wochen waren die schwierigsten meiner gesamten Karriere. Trotzdem habe ich mich nie alleine gefühlt", bedankt sich Zieler bei den Anhängern von Hannover 96. Eine zweite Rückkehr schließt er dabei wohl nicht aus. Immerhin ist der 31-Jährige zunächst nur nach Köln verliehen, eine Kaufoption ist aktuell nicht bekannt. "Was in einem Jahr sein wird, werden wir dann sehen. Darüber mache ich mir noch keine Gedanken", sagt Zieler. Der Wankelmut von Kind und Co. könnte ihm 2021 doch noch mal die Tür öffnen, wenngleich dies aktuell beidseitig schwer vorstellbar scheint.

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Lars Pollmann  
14.08.2020