Angebot und Nachfrage entscheidend

Eberl über Marktwerte und transfermarkt.de: „Hypothetische Zahlen, für mich nur eine Spielerei!“

Bei Transfersummen vertraut Max Eberl auf sein Auge und sein Gespür, nicht auf fiktive Zahlen aus den berühmten Marktwert-Tabellen.
Bei Transfersummen vertraut Max Eberl auf sein Auge und sein Gespür, nicht auf fiktive Zahlen aus den berühmten Marktwert-Tabellen. (Foto: THILO SCHMUELGEN/POOL/AFP via Getty Images)

Am kommenden Samstag spielt Borussia Mönchengladbach gegen den VfL Wolfsburg. Nicht nur in der aktuellen Bundesliga-Tabelle - Gladbach Elfter, die Wölfe auf Rang 15 - sind die Fohlen besser gelistet, sondern auch in der Marktwert-Tabelle. Doch sind solche Zahlen überhaupt realistisch einzuordnen?

Von der Pressekonferenz aus dem Borussia-Park berichtet fussball.news-Reporter Tom Jacob

Mit einem Gesamtmarktwert von 313,38 Millionen Euro wird Borussia Mönchengladbach derzeit in der Marktwert-Tabelle von transfermarkt.de drei Plätze vor dem VfL Wolfsburg gelistet, der nur auf 209,25 Millionen Euro Marktwert kommt. Sind die Fohlen damit automatisch Favorit für das kommende Duell (Samstag 20.30 Uhr)? "Ich finde es bemerkenswert, wie transfermarkt.de für viele Medien schon als Fakt genommen wird", antwortete Gladbachs Sportdirektor Max Eberl auf Nachfrage von fussball.news. "Fakt ist auch: Das sind hypothetische Zahlen. Tatsächlich ist das für mich nur eine Spielerei, die schön zu begleiten ist", so der 47-Jährige weiter.

Marktwerte werden durch "Angebot und Nachfrage" definiert

Die Zahlen seien unter anderem darauf zurückzuführen, wie alt ein Spieler ist, wie viele Tore er zuletzt geschossen oder wie viele Einsätze er in der letzten Zeit absolviert hat. Doch in der Realität werden Ablösezahlen laut Eberl durch "Angebot und Nachfrage" definiert - so, wie es auch in anderen Branchen der Fall ist. Befremdlich wird es für den Sportdirektor der Fohlen besonders dann, wenn seine Arbeit mit den zum Teil fiktiven Zahlen verglichen wird. "Verkauft man einen Spieler unter diesem fiktiven Marktwert, wird gesagt: Da hätte man aber mehr herausholen können", gab Eberl als Beispiel an. Da vertraut der Manager lieber auf sein eigenes Verhandlungsgeschick: "Wir haben einen Kader, mit dem wir sportlich sehr zufrieden sind. Da schauen wir weniger auf den Marktwert, der da steht", so Eberl.

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Tom Jacob  
15.10.2020