Wechsel nach Leipzig

Eberl? Mintzlaff: "Man darf Grenzen nicht überschreiten"

Mintzlaff hat es geschafft, Eberl von RB Leipzig zu überzeugen. Foto: Ronny Hartmann/Getty Images
Mintzlaff hat es geschafft, Eberl von RB Leipzig zu überzeugen. Foto: Ronny Hartmann/Getty Images

Max Eberl hat seinen ursprünglich noch bis 2026 laufenden Vertrag bei Borussia Mönchengladbach aufgelöst und fängt Mitte Dezember als Sportchef bei RB Leipzig an. Vielerorts sorgt diese Entscheidung für Kritik. RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff kann den Unmut teilweise nachvollziehen, relativiert diesbezüglich allerdings.

Im Januar nahm sich Max Eberl eine Auszeit. Der langjährige Manager von Borussia Mönchengladbach begründete aufgrund einer Erschöpfung, sich vorübergehend zurückziehen zu wollen. Nun steht fest: Im Dezember wird der 48-Jährige sein Comeback geben. Das allerdings nicht bei den Fohlen, sondern bei RB Leipzig. Ein Verein, den Eberl in der Vergangenheit selbst kritisierte. Dass die Gladbach-Fans dies mit Enttäuschung und Ärger zur Kenntnis nehmen, kann Oliver Mintzlaff verstehen.

"Kann verstehen, dass es eine besondere Brisanz hat"

"Im Fußball gehört das dazu. Man darf aber Grenzen nicht überschreiten", sagte Geschäftsführer von RB Leipzig auf dem SPOBIS im Gespräch mit Sport1. Mintzlaff sprach damit ein Plakat an, das gegen Eberl gerichtet wurde und am vergangenen Wochenende in der Fankurve im Borussia-Park hing. "Max hat da über 20 Jahre in diesem Verein gewirkt und in den letzten Jahren als Sportdirektor tolle Arbeit geleistet", meinte der Leipzig-Chef und fügte an: "Ich kann verstehen, dass es eine besondere Brisanz hat, wenn jemand von Gladbach zu RB Leipzig wechselt."

"Wir konnten erst im Sommer ernsthafte Gespräche führen"

Dass die Sachsen bereits Gespräche mit Eberl vor dessen emotionaler Pressekonferenz im Januar führten, bestritt Mintzlaff indessen. "Das ist natürlich völliger Schwachsinn. Wir konnten erst im Sommer ernsthafte Gespräche führen", so der 47-Jährige, der forderte: "22 Jahre dürfen dann auch nicht so schnell in Vergessenheit geraten." Eberl nach Leipzig zu locken, sei ein schwieriger Prozess gewesen. Doch Mintzlaff habe "irgendwann gespürt, dass bei Max die Tür aufgehen könnte" - und das tat sie letztlich auch: "Max ist für uns eine absolute Wunschlösung."

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Adrian Kuehnel  
20.09.2022