"Ohne Investor, Mäzen oder Werk"

Eberl: Gladbach "wie die unbeugsamen Gallier"

Eberl bemüht den historischen Vergleich. Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images
Eberl bemüht den historischen Vergleich. Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Borussia Mönchengladbach hat mit Platz vier in der abgelaufenen Bundesliga-Saison das Champions-League-Ticket gelöst. Für Max Eberl war es ein Erfolg, der einem Titelgewinn gleichzusetzen ist. Der Sportchef ist zurecht stolz darauf, dass die Fohlen als eher traditioneller Klub an der Spitze mitmischen.

"Wir haben uns für unseren Weg entschieden und gezeigt, dass man auch auf diese Weise erfolgreich sein kann. Für sportlichen Erfolg braucht man nicht zwingend einen Finanzinvestor, einen Mäzen oder ein Werk im Rücken", so der Ex-Profi gegenüber der WAZ. Zwar erhöht die Investition von außen, wie sie die Konkurrenz in der Bundesliga-Spitze hinter sich weiß, womöglich die Chance auf gute Ergebnisse. "Aber diesem Kampf stellen wir uns gerne", so Eberl. 

"Mit Philosophie und Standhaftigkeit"

"So wie die unbeugsamen Gallier, die immer gegen das übermächtige Rom gekämpft haben." Letztlich verloren die Gallier freilich gegen das Weltreich. Auch Eberl betont immer wieder, dass Gladbach nicht nur von Erfolg zu Erfolg eilen wird. Für ihn ist wichtig, dass die grundsätzliche Richtung der Entwicklung stimmt. Das ist in seiner inzwischen fast zwölfjährigen Amtszeit definitiv der Fall. "Mit einer Philosophie, mit Standhaftigkeit, mit Kontinuität bei den handelnden Personen und bei der Strategie des Klubs, mit Beharrlichkeit und Ehrgeiz", zählt er auf, sei es Gladbach gelungen, wieder den Anschluss an die nationale Spitze herzustellen.

"Sehr alte Dame, aber jung geblieben"

Am heutigen Samstag wird der Klub 120 Jahre alt, Eberl verantwortet also für rund ein Zehntel des Bestehens die Geschicke der Fohlen. "Die Borussia wird 120, sie ist also eine sehr alte Dame. Aber ich glaube, dass wir auch sagen können: Borussia ist eine junge, attraktive Dame geblieben, die die Fans anzieht und begeistert", so der Sportchef. 

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Lars Pollmann  
01.08.2020