DFB am 10. Oktober in der Ukraine

Eberl: Gladbach überlässt Länderspiel-Entscheid den Spielern

Ginter und Neuhaus waren zuletzt nominiert. Foto: Imago
Ginter und Neuhaus waren zuletzt nominiert. Foto: Imago

Das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft in der Ukraine in der kommenden Abstellungsperiode wirft dunkle Schatten voraus. Es droht ein Interessenskonflikt zwischen den Klubs der DFB-Kicker und Team Deutschland selbst. Max Eberl und Borussia Mönchengladbach lassen den Spielern selbst die Wahl.

Matthias Ginter ist absolut gesetzt, Florian Neuhaus hat zumindest gute Chancen auf eine neuerliche Nominierung durch Bundestrainer Joachim Löw für die Spiele gegen die Türkei, in der Ukraine und gegen die Schweiz. Die Reise nach Kiew mitten in der Abstellungsperiode bereitet den Vereinen sorgen. Für die Ukraine herrscht eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, das Land verzeichnet kontinuierlich steigende Infektionszahlen. Manch ein Klub überlegt noch, ob er seine Nationalspieler abstellt. 

Doppelmoral vermeiden

"Ich würde es nicht wollen, aber der Spieler entscheidet, was er machen möchte. Wir haben eine Zeit, die kompliziert ist", so Eberl am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach will dabei auch eine Doppelmoral vermeiden. Man stelle sich etwa vor, der Klub untersagte Ginter und Neuhaus die Reise, "und dann bekommen wir in der Champions League Dynamo Kiew", führt Eberl aus. "Dann fragt der DFB auch, warum wir mit allen Spielern hinfliegen."

"Mulmiges" Gefühl bleibt

Grundsätzlich herrsche seitens Gladbach großes Vertrauen in das DFB-Team und die geltenden Hygiene-Konzepte in Deutschland und anderswo. "Ich glaube, dass die Mannschaften unter hoher Vorsicht anreisen, sich dort aufhalten und das Spiel absolvieren", so Eberl. Dennoch bleibe stets ein "mulmiges" Gefühl, das schwer abzulegen ist. So könnten die Spieler seitens ihres Vereins wohl auch eine Empfehlung erhalten, nicht mit dem DFB-Team von Bundestrainer Joachim Löw in die Ukraine zu reisen. Davon abhalten will Gladbach sie jedoch nicht.

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Lars Pollmann  
24.09.2020