Gladbachs Sportdirektor skeptisch

Eberl ist für Transfergeld-Überwachung der FIFA, sieht aber Probleme bei der Umsetzung

Skeptischer Blick: Gladbach-Sportdirektor Max Eberl kennt die Geschäfte mit den Spielerberatern zur Genüge.
Skeptischer Blick: Gladbach-Sportdirektor Max Eberl kennt die Geschäfte mit den Spielerberatern zur Genüge. (Foto: Ina FASSBENDER / AFP)

Die FIFA plant eine neue Regelung, was das Geschäft mit den Beratern angeht. Demnach sollen in Zukunft alle Summen bei Transfers offengelegt werden, damit unter anderem Ausbildungsentschädigungen und Beraterzahlungen fair über den Tisch gehen. Max Eberl, Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach, würde eine solche Regelung begrüßen, sieht aber noch Lücken bei der Umsetzung.

Von der Pressekonferenz aus dem Borussia Park berichtet fussball.news-Reporter Tom Jacob

Wird ein Spieler von Verein A abgeworben, muss Klub B - solange der Spieler noch einen gültigen Vertrag bei Verein A hat - eine entsprechende Ablöse zahlen. Für die Vermittlung erhält der Spielerberater eine angemessene Honorarzahlung. So weit, so gut. Doch leider streichen die Berater in manchen Fällen mehr Gelder ein, als ihnen zusteht. Deswegen plant die FIFA eine neue Überwachung, die unter anderem kontrolliert, dass die Berater maximal drei Prozent des jährlichen Spielergehalts kassieren dürfen - höchstens zehn Prozent der Ablöse. Zudem sollen jeder Transfer und alle Zahlen öffentlich gemacht werden.

Regeln ohne Sanktionen sind "sinnlos"

Laut Eberl kein völlig neues Kapitel. "Es gibt eigentlich schon in den Verträgen der FIFA einen Passus, dass an die Berater drei Prozent zu zahlen sind", so der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach auf fussball.news-Nachfrage. Eingehalten wird dies allerdings nicht immer. "Das gibt es eben ohne Sanktionen. Und alles im Leben, was ohne Sanktionen durchgeführt wird, ist relativ sinnlos", merkte der 47-Jährige ergänzend an. Schließlich müsse sich jeder Verein überlegen: "Was investiere ich in einen Transfer?" Neben den Ablösesummen seien Beraterhonorare in den letzten Jahren ein großer Faktor geworden.

Eberl kennt die Tricks der Berater

Dass die FIFA nun künftig alle Transfers und getätigten Zahlungen an Spieler, Berater und Vereine strenger überwachen möchte, begrüßt Eberl. "Ich habe mir schon immer gewünscht, dass man da mehr Hand in Hand arbeitet", sagte der Sportboss der Fohlen, der dieses Amt bereits seit zwölf Jahren erfüllt. "Ich bin schon sehr lange Sportdirektor, und als der versucht man eine einheitliche Regelung zu finden, was man den Beratern zahlen kann."

"Es bleibt ein großer Traum"

Allerdings gibt es laut Eberl auch Lücken bei der Umsetzung, welche aus den weltweiten Büros der FIFA kaum zu kontrollieren sei. Zum Beispiel könnte ein Verein offiziell die an die Regeln gehaltenen Summen angeben, im Hintergrund der Investor des Vereins aber den Restbetrag für den Berater selbst aufrunden. Und damit wären die vermeintlich kleineren Klubs wieder benachteiligt. "Es bleibt ein großer Traum, dass wir eine Einheitlichkeit hinbekommen, aber das ist im Fußball immer schwierig", so Eberl abschließend.

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Tom Jacob  
07.11.2020