Wie geht es bei Lewandowski weiter?

Drohendes Stürmer-Aus: So knallhart agierte der FC Bayern in der Vergangenheit

Muss Robert Lewandowski im Sommer Platz machen für Erling Haaland?
Muss Robert Lewandowski im Sommer Platz machen für Erling Haaland? Foto: Imago

Bekommt Robert Lewandowski trotz großer Erfolge zu spüren, wie knallhart das Aus als Mittelstürmer beim FC Bayern München sein kann? Der Verein zeigte schon in der Vergangenheit klare Kante, wenn ein anderer Wunschspieler auf dem Markt war.

Robert Lewandowski ist ein sensibler Spieler mit feinen Sensoren. Der Pole spürt genau, was im Verein passiert. So habe ihn laut Sport Bild eine Aussage von Sportvorstand Hasan Salihamidzic über Erling Haaland von Borussia Dortmund im Sport1-Doppelpass verärgert: "60 Spiele, 60 Tore, da muss man hinschauen, sonst wären wir ja Vollamateure." Beim Norweger greift im kommenden Sommer eine Ausstiegsklausel, die bei rund 75 Millionen Euro Sockelbetrag liegen soll. Packt der FC Bayern München zu und sichert sich die Dienste vom derzeit begehrtesten Stürmer in Europa? Für Lewandowski und Haaland gemeinsam wäre dann wohl kein Platz mehr.

Elber musste 2003 für Makaay weichen

Das "Stürmer-Aus" beim FC Bayern hat stets ein gewaltiges Beben in der Fußballwelt verursacht. Im Sommer 2003 etwa musste Publikumsliebling Giovane Elber den Klub verlassen, weil die Münchner Roy Makaay haben wollten. Wochenlange Verhandlungen mit Deportivo La Coruna führte der FC Bayern zum erfolgreichen Ende, für den Niederländer wurden rund 20 Millionen Euro fällig. Elber verabschiedete sich mit einem Tor in Hamburg und wechselte anschließend zu Olympique Lyon. Die beste Zeit des Brasilianers war zu diesem Zeitpunkt vorbei, der FC Bayern handelte knallhart.

Toni verdrängte Makaay - und wurde selbst von Gomez abgelöst

Makaay selbst war nach vier Jahren und einer schwachen Spielzeit 2006/07 nicht mehr gefragt. Die Münchner wagten den ganz großen Umbruch, mit Luca Toni kam für zwölf Millionen Euro von der AC Florenz ein spektakulärer Neuzugang aus Italien. Makaay ging zurück in die Heimat, Toni wurde Torschützenkönig und Publikumsliebling. Doch zwei Jahre später griff eine Ausstiegsklausel bei Mario Gomez, den der FC Bayern für 30 Millionen Euro aus Stuttgart holte. Toni und der damalige Coach Louis van Gaal hatten zudem keinen Draht zueinander, die Wege trennten sich im Januar 2010.

Champions-League-Held Mandzukic stellt Gomez in den Schatten

Aber Gomez war in München - obwohl er 2011 sogar Torschützenkönig wurde - nie unumstritten. 2013 kam Mario Mandzukic und wurde vor allem beim Triumph in der Champions League zum großen Helden. Gomez war Rotationsspieler, der immer traf, wenn er auflaufen durfte. Das DFB-Pokalfinale entschied der Ex-Profi gar mit einem Doppelpack - ausgerechnet gegen Ex-Klub Stuttgart (3:2). Dennoch ging es für Gomez für 15,5 Millionen Euro weiter nach Florenz.

Lewandowski überragt seit 2014

Und Mandzukic? Auch der Kroate bekam zu spüren, wie wenig alte Verdienste zählen, wenn der FC Bayern einen neuen Topstürmer im Blick hat. Dortmund bekam den Vertrag von Lewandowski nicht verlängert und die Münchner holten ihn im Sommer 2014 ablösefrei. Mandzukic flüchtete sofort zu Atletico Madrid. Und Lewandowski? Der stellte seitdem einen Rekord nach dem anderen auf. Droht ihm dennoch das Schicksal seiner Vorgänger, wenn der FC Bayern wirklich Chancen auf eine Haaland-Verpflichtung erhält? Es bleibt spannend. Immerhin würde wohl noch ein hübsches Sümmchen für den bis 2023 gebundenen Lewandowski in die Kasse fließen.

Florian Bolker  
13.10.2021