Premier League dominiert

Drittes Covid-Transferfenster: Chelsea der Ausgabenkönig

Lukaku ist der neue Rekordeinkauf von Chelsea. Foto: Imago
Lukaku ist der neue Rekordeinkauf von Chelsea. Foto: Imago

Seit inzwischen knapp anderthalb Jahren hat die Corona-Krise den Profifußball fest im Griff. Die Auswirkungen der Pandemie sind dabei freilich ungleich verteilt. Dies wird nirgends deutlicher als auf dem Transfermarkt. Die Top-Ligen Europas haben nun bereits die dritte von Covid-19 beeinflusste Wechselperiode hinter sich.

Mit Ausnahme von Paris Saint-Germain haben nach allgemeiner Wahrnehmung nur die Klubs aus der reichen englischen Premier League ohne Unterlass weiter fröhlich 'shoppen' gehen können. Hingegen herrschte in der Bundesliga weitgehend Zurückhaltung, in Italien oder Spanien teilweise gar eine Art 'Sommerschlussverkauf'. Es scheint kein Zufall, dass die Serie A etwa mit Cristiano Ronaldo und Romelu Lukaku, sowie LaLiga etwa mit Lionel Messi und Sergio Ramos absolut prägende Figuren verloren haben.

England und PSG profitieren

Ebenso wenig ist Zufall, dass sich die größten Stars entweder PSG oder den diversen englischen Klubs angeschlossen haben. Vereine also, die auf dem Transfermarkt und bei Verträgen weiterhin mit dicken Geldscheinen hantieren konnten. Eine Studie des Centre International d'Etude du Sport (CIES) verdeutlicht, wir klar die Dominanz dieser Gruppe von Klubs auf dem Transfermarkt seit Beginn der Corona-Pandemie ausfällt. Die Sportforscher des Instituts aus der Schweiz haben ermittelt, welche Vereine in den drei entsprechenden Wechselperioden am meisten Geld in Ablösen investiert haben.

Sonderfall Leipzig

Unter den zehn Klubs mit dem größten Volumen an Abstandszahlungen befinden sich neben PSG mit Juventus und RB Leipzig nur zwei nicht-englische Vereine. Die Platzierung der Franzosen auf Rang zehn ist derweil in erster Linie damit zu erklären, dass Kicker wie Messi, Ramos, Gianluigi Donnarumma oder Georginio Wijnaldum nach Vertragsende ablösefrei kamen. Leipzig wiederum stellt einen Sonderfall dar, weil die Sachsen im Gegensatz zu den neun anderen Klubs in Sachen Netto-Investment klar hinterherhinken. Während die übrigen Vereine einen Ablöse-Verlust von neunstelliger Höhe ausweisen, hat Leipzig sogar eine leicht positive Bilanz in diesem Zeitraum.

Chelsea um 80 Millionen Euro vorne

Dabei hilft unter anderem der Verkauf von Timo Werner an den FC Chelsea. Die Blus zahlten für den Nationalstürmer dem Vernehmen nach über 50 Millionen Euro Ablöse. Noch teurer waren etwa Lukaku und Kai Havertz. In den drei Covid-Transferperioden zahlte der amtierende Champions-League-Sieger laut der Studie insgesamt knapp über 400 Millionen Euro an Ablösen, 80 Millionen Euro mehr als der erste Verfolger Manchester City. Zum Vergleich: Nur sieben Vereine haben in diesem Zeitraum mehr als 50 Prozent des Ablösevolumens von Chelsea aufgewendet.

Die Ausgabenkönige in den drei Corona-Wechselfenstern

1. FC Chelsea 403 Millionen Euro

2. Manchester City 323 Millionen Euro

3. Manchester United 286 Millionen Euro

4. Juventus 272 Millionen Euro

5. FC Arsenal 258 Millionen Euro

6. Aston Villa 235 Millionen Euro

7. Tottenham Hotspur 230 Millionen Euro

8. RB Leipzig 190 Millionen Euro 

9. Leeds United 187 Millionen Euro

10. Paris Saint-Germain 168 Millionen Euro

(Angaben via CIES)

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Lars Pollmann  
04.09.2021