Marokkaner ein Schatten seiner selbst

Dreimal sechs für 38 Minuten: Schalke-Sinnbild Harit

Für Harit war vor der Pause Feierabend. Foto: Imago
Für Harit war vor der Pause Feierabend. Foto: Imago

Die Krise des FC Schalke 04 nimmt immer dramatischere Züge an. Wer nach dem 0:2 der Knappen gegen den VfL Wolfsburg am Samstag das Interview von Mark Uth sah, muss beinahe Mitleid bekommen. Ein Sinnbild der Leidenszeit auf Schalke ist dabei Amine Harit.

Der Marokkaner kann so viel und zeigt so wenig. Es ist noch gar nicht lange her, da brachten Medien den Offensiv-Künstler mit dem FC Barcelona und anderen Großklubs in Europa in Verbindung. Angesichts der Leistungen, die Harit seit einigen Monaten zeigt, stellt sich die Frage, ob er seinen weniger talentierten Zwillingsbruder zur Arbeit schickt. Am Samstag hatte dann auch Manuel Baum genug. Bereits vor Ende der ersten Halbzeit nahm er den 23-Jährigen vom Feld. Derartige Maßnahmen muten bisweilen verzweifelt an. Doch diesmal war sie wohl alternativlos.

"Indiskutabler Auftritt"

Diesen Eindruck gewinnt jedenfalls der aufmerksame Leser sonntäglicher Lektüre. Redaktionelle Benotungen von Bundesliga-Profis mögen kein sonderlich stichhaltiger Indikator für die tatsächliche Leistung der Spieler sein, wenn sie aber einstimmig sind wie im Falle Harit, dürfte wohl etwas dran sein. Bild am Sonntag, Ruhr Nachrichten und WAZ, drei absolute Leitmedien, wenn es um Schalke 04 geht, verteilen an den Marokkaner jeweils die Note sechs. "Ein indiskutabler Auftritt", donnert die WAZ, während die Ruhr Nachrichten von der "Höchststrafe" schreiben. Aus einem desolaten Kollektiv stach Harit also nochmal negativ hervor, so die einhellige Meinung der Beobachter. Geht es so weiter, heißt die Zukunft für das Top-Talent nicht Barca, sondern Heidenheim.

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Lars Pollmann  
22.11.2020