Analyse 1. FC Nürnberg

Drei Nachteile von Nürnbergs neuem Tempofußball

Felix Lohkemper will mit dem FCN den Abstiegskampf vermeiden.
Felix Lohkemper will mit dem FCN den Abstiegskampf vermeiden. Foto: Getty

Der Club hat vier Punkte aus den ersten drei Zweitliga-Partien geholt. Für das Team von Trainer Robert Klauß herrscht noch Luft nach oben, auch wenn der neue Tempofußball für positives Feedback bislang sorgt.

Das Offensivspiel des 1. FC Nürnberg besitzt nun mehr Geschwindigkeit, was sich auch an Statistiken ablesen lässt. 390 intensive Läufe - nur Heidenheim hat mehr (400) - und 696 Sprints (ligaweit Platz vier) liefern Zeugnis für den neuen Spielstil der Franken ab. Andererseits könnten mit der Stiländerung auf den Club auch Probleme zukommen, die nicht untypisch für Tempofußball-Teams sind.

Gegentore in der 2. Halbzeit

Der FCN hat zum Beispiel alle seine vier Gegentore in der 2. Halbzeit kassiert - oft ein Zeichen dafür, dass eine Mannschaft in der 1. Halbzeit überpact hat. Auch verzichten die Nürnberger mit ihrem schnellen Spiel bislang auf viel Ballbesitz, sie überlassen das Leder dem Gegner. Nur Osnabrück und Sandhausen weisen derzeit einen noch geringeren Ballbesitzwert als Nürnberg (44,9%) auf. Wichtig ist deshalb, dass der FCN vor allem mit einem "Knipser" seine Chancen im Sturm ausnutzt. Vergangene Saison gelang es nur Robin Hack, die für Stürmer bedeutende Zehn-Tore-Marke zu erreichen. Derzeit haben die vier FCN-Treffer in der aktuellen Saison vier unterschiedliche Spieler erzielt, zwei Mal waren es Abwehrspieler, die eingenetzt haben. Trainer Robert Klauß muss demnach noch intensiv an vielen Baustellen feilen, um erfolgreichen Tempofußball beim 1. FC Nürnberg spielen zu lassen.

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Daniel Michel  
08.10.2020