Weltmeister stattdessen nach Eindhoven

Drei Gründe, warum Hertha bei Götze scheiterte

Götze hätte Herthaner werden können. Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images
Götze hätte Herthaner werden können. Foto: Boris Streubel/Bongarts/Getty Images

Seitdem Lars Windhorst Hertha BSC mit seinen Millionen subventioniert, spekulieren Medien über eine spektakuläre Verpflichtung für die Alte Dame. Ein Prestige-Transfer, der das gesteigerte Anspruchsdenken in Berlin widerspiegelt, ist bisher noch nicht zwingend gelungen. Bei Mario Götze waren die Hauptstädter wohl sehr nah dran.

Die Entscheidung des Weltmeisters für die PSV Eindhoven kam zu Beginn der vergangenen Woche durchaus überraschend. Einem Bericht von Sport Bild zufolge erwischte Hertha seine Absage kalt. Noch am Dienstagmorgen habe es ein Telefonat zwischen Trainer Bruno Labbadia und Götze gegeben, der zu diesem Zeitpunkt vereinslose Profi habe sich Mittags mit Roger Schmidt von der PSV getroffen. Der Coach konnte den Offensivspieler für sein Projekt in den Niederlanden begeistern, der Deal kam dann innerhalb weniger Stunden zustande. Kontakt habe es bereits in den zwei Monaten zuvor gegeben, so das Magazin.

Labbadia und Götze nicht ganz einig

Zunächst kam ein Wechsel nach Eindhoven für Götze demnach nicht zwingend in Frage. Jedoch sprach nun die Teilnahme am Europapokal für die PSV und gegen Hertha. Entscheidender noch: Zwischen dem 28-Jährigen und Labbadia gab es wohl keine Einigkeit darüber, wie lange Götze brauchen werde, um voll einsatzfähig zu sein. Der Cheftrainer der Berliner stellte dem umworbenen Mittelfeldmann demnach zunächst nur Kurzeinsätze in Aussicht, sah einen Zeitrahmen von zwei Monaten voraus, den Götze brauchen werde.

Rekik brachte Timing durcheinander

Der im Sommer bei Borussia Dortmund ausgeschiedene Ex-Nationalspieler jedoch wähnt sich bei besserer Fitness und glaubt wohl, bereits nach zwei bis drei Wochen Mannschaftstraining voll belastbar zu sein. Passend dazu berichtet das Magazin, Götze sei beim Medizincheck in Eindhoven mit dem geringsten Gewicht seiner Karriere gewogen worden. Ein dritter Grund, der gegen Hertha sprach, war demnach im Übrigen das Timing. Weil der Klub für den zwingend wechselwilligen Karim Rekik kurzfristigen Ersatz suchte (und in Omar Alderete vom FC Basel fand), stand Götze zum Transferschluss in Deutschland nicht ganz oben auf der Prioritäten-Liste. Schmidt und die PSV griffen zu, damit der Neuzugang noch für die UEFA-Liste gemeldet werden konnte.

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Lars Pollmann  
14.10.2020