Alles außer Fußball

Drei Brandherde beim 1.FC Köln

Beim 1.FC Köln geht es aktuell wenig um Fußball. Foto: SASCHA SCHUERMANN/AFP via Getty Images
Beim 1.FC Köln geht es aktuell wenig um Fußball. Foto: SASCHA SCHUERMANN/AFP via Getty Images

Die Medienstadt Köln gilt für seinen Bundesligisten seit jeher als bisweilen schwieriges Umfeld. Der 1.FC Köln tut allerdings auch in regelmäßigen Abständen viel dafür, seinen Status als Chaos-Klub aufrecht zu erhalten. Aktuell sind es gleich drei Brandherde, die außerhalb des Platzes für Schlagzeilen sorgen.

Zunächst ist da die Demission von Medien- und Kommunikationschef Tobias Kaufmann. Inhaltlich, in der Bewertung sind sich die Beobachter einig, geht die wohl in Ordnung. Ein Vertrauensverhältnis zum neuen Vorstand hat sich nie entwickelt, wie etwa die Kölnische Rundschau berichtet, der wichtigste Mitarbeiter in Sachen Öffentlichkeitsarbeit passte nicht mehr zur Vereinsführung. Allerdings galt er als enger Vertrauter der Geschäftsleitung um Horst Heldt und Alexander Wehrle, die sich nun gewissermaßen vor den Kopf gestoßen fühlen können. Und Art und Weise der Demission, die Präsident Werner Wolf zu Beginn eines virtuellen Mitglieder-Stammtisches publik machte, lassen tief blicken. Warum nutzte der Klub nicht halbwegs elegant die Sommerpause? Der FC wäre nicht der FC, würde er es sich selbst nicht unnötig schwer machen.

Wettich bleibt wohl Vizepräsident

Das zweite Thema ist die Besetzung des Postens als Vizepräsident im Vorstand. Am Samstag macht der Mitgliederrat satzungsgemäß den Vorschlag, der Carsten Wettich lauten wird. Zuletzt war der schon kommissarisch eingesprungen. Doch der Jurist zierte sich so lange, dass auch andere Interessenten eine Kandidatur in Erwägung zogen. Ex-Profi Stephan Engels warf der Vereinsführung zuletzt ein undurchsichtiges Verfahren vor, der 59-Jährige erhielt nach eigener Aussage keine große Rückmeldung auf sein Ansinnen. Wie der Express berichtet, überlegte zudem auch Jörg Jakobs, für den Posten zu kandidieren. Der ehemalige Sportdirektor kehrte als Aufsichtsratsmitglied und Berater des Vorstands zurück, hätte nun einen Aufstieg beim 1.FC Köln gewagt.

Darlehen bei der KfW?

Mit seiner sportlichen Expertise hätte Jakobs sicher einen Mehrwehrt gebracht, wenngleich aktuell wohl andere Themenfelder im Fokus stehen. Die Auswirkungen der Coronakrise auf die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Geißböcke sind der dritte Brennpunkt außerhalb des Platzes. Dem Boulevardblatt zufolge prüft der FC aktuell intensiv die Beantragung eines Darlehens bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Schon Werder Bremen hatte einen solchen Antrag gestellt. 25 Millionen Euro Minus drohen dem 1.FC Köln laut des Berichts. Eine Landesbürgschaft, wie sie der FC Schalke 04 erwirkt hat, stehe hingegen nicht auf dem Plan. 

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Lars Pollmann  
14.08.2020