Ullrich Sierau

Dortmunds OB kritisiert Zuschauer-Ausschluss: "Versteht kein Mensch mehr!"

Ullrich Sierau übt Kritik am Zuschauer-Ausschluss.
Ullrich Sierau übt Kritik am Zuschauer-Ausschluss. Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Borussia Dortmund bekam vor der Champions-League-Partie gegen Zenit (2:0) ein totales Zuschauerverbot erteilt. Wenig später folgte der Beschluss der Politik: im November dürfen in der Bundesliga generell keine Zuschauer mehr ins Stadion. Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau geht auf die Barrikaden.

"Ich habe dafür kein Verständnis. Während bei Union Berlin am Samstag ins sehr viel kleinere Stadion noch 4500 Zuschauer rein durften – die es mit der Maskenpflicht nicht so genau nahmen –, müssen in Dortmund alle 81000 Plätze leer bleiben", sagte Ullrich Sierau (SPD) am Mittwoch gegenüber der Bild, angesprochen auf den Beschluss des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums, gegen Zenit nicht einmal die zuerst genehmigten 300 Zuschauer zuzulassen.

"Entscheidung fördert sogar noch die Ansteckungsgefahr"

Der 64-Jährige könne es nur schwer nachvollziehen, weshalb Fans in den Stadien verboten werden: "In einem Erlass des Ministeriums zum Spiel Gladbach gegen Madrid wird sogar zugegeben, dass es, wie es heißt, nicht 'infektiologisch' begründet sei, sondern politisch. Das versteht doch kein Mensch mehr! Die Entscheidung fördert sogar noch die Ansteckungsgefahr."

"Man verliert Akzeptanz der Bevölkerung"

Weiter erklärte der SPD-Politiker: "Mit einem ausgefeilten Hygiene- und Abstandskonzept wie bei Borussia Dortmund ist bei den von uns zugelassenen 11 500 Zuschauern im riesigen Dortmunder Stadion nichts passiert. Die Zuströme werden kontrolliert, auf der Tribüne wird Abstand gehalten. Stattdessen sitzen die Leute zu Hause mit Freunden und Nachbarn vor dem TV - ohne Abstand und ohne Kontrolle. Mit solchen negativen Entscheidungen verliert man weiter die Akzeptanz der Bevölkerung."

Lockdown keinen Einfluss auf Bundesliga-Spielbetrieb

Wie die Bundesregierung am Mittwochabend mitteilte, soll der politisch-beschlossene Lockdown keinen Einfluss auf den Spielbetrieb der Bundesliga haben - nur Zuschauer, die den Stadien komplett fernbleiben müssen, haben eben das Nachsehen.

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Adrian Kuehnel  
29.10.2020