Weltklasse beim FC Bayern

"Dominierende Figur": Wie Hamann bei Lewandowski umgeschwenkt ist

Robert Lewandowski spielt eine herausragende Saison 2019/20.
Robert Lewandowski spielt eine herausragende Saison 2019/20. Foto: Getty Images

Rumms! Es waren Worte, die gesessen hatten. Dietmar Hamann kritisierte Robert Lewandowski Anfang 2019 noch messerscharf. Beinahe zwei Jahre später folgt die Kehrtwende.

Der FC Bayern München verlor am 20. Spieltag der Vorsaison hochverdient mit 3:1 bei Bayer Leverkusen und rannte bei sieben Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund den eigenen Ansprüchen hinterher. Dietmar Hamann sah bei Sky90 einen Grund in Robert Lewandowski: "Ich glaube, dass er zum Problem für Bayern München wird: Seine Theatralik, sein Abwinken, sein zum Teil lustloses Verhalten auf dem Platz. Ich glaube, es ist offensichtlich, dass er ein Einzelgänger ist."

Hamann vor knapp zwei Jahren sehr kritisch

Es waren bewusst gewählte Worte, die ein Beben auslösten. Hamann legte nach: "Das hat immer gut funktioniert, weil er Tore gemacht und auch, wenn er keine Tore gemacht hat, einen Wert für die Mannschaft hatte. Im Moment ist das aber nicht gegeben. Ich glaube, dass er auch in der Mannschaft zum Teil umstritten ist."

Lewandowski mit herausragender Entwicklung

Seitdem hat sich allerdings viel verändert beim FC Bayern. Niko Kovac ist nicht mehr Trainer und unter Hans-Dieter Flick hat der Pole leistungstechnisch noch einmal zugelegt. Seitdem schaufelte er 73 (!) Tore und 18 Vorlagen auf sein persönliches Konto. Hamann schwenkte daher in seiner Sky-Kolumne um: "Und einer der entscheidenden Erfolgs-Gründe beim FCB ist Robert Lewandowski. Für mich ist er im Moment die dominierende Figur im Weltfußball - trotz eines Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo."

"Dominante Figur"

Der frühere Profi gab zu: "Er hat in den letzten 18 Monaten als Führungsspieler einen großen Schritt nach vorne gemacht. Seine Entwicklung hat der Mannschaft unheimlich geholfen, denn er hat auch Anteile daran, dass einige Spieler besser geworden sind." Hamann lobte dessen Auftreten: "Er ist nun bereit, seinen Mitspielern mehr zu helfen, tritt als richtiger Leader auf und feuert seine Teamkollegen an, anstatt zu hadern."

Hamann schwenkt um

Neben den Treffern und Vorlagen kommt auch das Thema Körpersprache hinzu. "Diese latente Unzufriedenheit, die ich lange bei ihm gespürt habe, erkenne ich nun nicht mehr. Er hat diese Negativität in positive Energie umgewandelt", stellte Hamann fest und zog deshalb ein positives Fazit: "Und diese neue Herangehensweise hat ihn persönlich noch einmal auf ein anderes Niveau gehoben."

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Christopher Michel  
13.08.2020