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Doch noch ein Verteidiger für den BVB? 3 mögliche Kandidaten

Holt Zorc Favre doch noch einen neuen Verteidiger? Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images
Holt Zorc Favre doch noch einen neuen Verteidiger? Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Borussia Dortmund sieht der Schließung des Transferfensters am Montag mit einiger Sehnsucht entgegen. Nach Monaten der ständigen Nachfragen zu Jadon Sancho ist dann erstmal Ruhe. Wenn beim BVB noch etwas passiert, könnte es dabei um einen Zugang in der Abwehr gehen.

Laut eines Berichts des kicker würde Sportdirektor Michael Zorc bei einer sportlich sinnvollen und wirtschaftlich zu verantwortenden Möglichkeit durchaus nochmal zuschlagen. Ein weiterer Innenverteidiger würde dem Aufgebot von Lucien Favre nicht schaden, der nur drei gelernte Kräfte in seinen Reihen weiß. Mats Hummels ist als Abwehrchef gesetzt, daneben spielen im Idealfall Manuel Akanji und Dan-Axel Zagadou. Emre Can konnte sich zuletzt kaum anbeten, Lukasz Piszczek ist in den letzten Zügen seiner Profi-Karriere. Viele Optionen gibt der Markt allerdings nicht her. fussball.news nennt drei denkbare Kandidaten.

Antonio Rüdiger

Dass der Nationalspieler auf dem Markt ist, steht wohl außer Frage. Beim FC Chelsea ist er unter Frank Lampard plötzlich außen vor, stand zuletzt bei vier Pflichtspielen in Serie nicht im Kader. Es gibt international viel Interesse an Rüdiger, was gegen den BVB spricht. Eine Leihe wäre das höchste der Gefühle, könnte aber für den 27-Jährigen durchaus eine Idee sein. Immerhin würde er sich in der Bundesliga und Champions League für ein Ticket zur EURO 2021 empfehlen können. Es wäre sogar eine Rückkehr des gebürtigen Berliners, der im Nachwuchsbereich für den BVB spielte. Allerdings zog er 2011 unter einigem Getöse zum VfB Stuttgart weiter. Ob damals Brücken verbrannt wurden, lässt sich nicht genau rekonstruieren. Auf dem Papier würde die leihweise Verpflichtung eines A-Nationalspielers für den BVB aber wohl die bestmögliche Lösung darstellen. Realistisch ist sie freilich nur bedingt.

Mario Hermoso

Nicht nur bei Chelsea sind freilich qualitativ ansprechende Innenverteidiger in einem gewissen Überfluss vorhanden. Bei Atletico Madrid etwa tummeln sich Spieler auf der Position. Der Hauptstadtklub ist laut Medienberichten durchaus noch daran interessiert, seinen Kader etwas zu verschlanken. Für den BVB wäre womöglich eine Leihe des fünffachen spanischen Nationalspielers Mario Hermoso interessant, der vor einem Jahr für 25 Millionen Euro zum Klub von Diego Simeone kam, dort aber keine sonderlich rosigen Stammplatz-Aussichten hat. Zwar kam er am gestrigen Mittwoch über 90 Minuten zum Einsatz, das aber auch erst zum vierten Mal im Kalenderjahr 2020. Wenn Top-Verteidiger Jose Maria Gimenez aus der Quarantäne zurückkehrt, geht es für Hermoso spätestens wieder ins zweite oder gar dritte Glied. Vermutlich würde sich allerdings eher ein Transfer innerhalb Spaniens anbieten, gerade, wenn er recht kurzfristig auf die Beine gestellt werden müsste.

Moussa Niakhate

Ohne Einnahmen dürfte der Kauf eines qualitativ geeigneten Innenverteidigers dem BVB durchaus schwer fallen. Denkbar wäre dabei wohl am ehesten ein Abschied von Marius Wolf. Eine weitere Einnahmequelle könnte Ousmane Dembele sein, an dessen Weiterverkauf vom FC Barcelona der BVB anteilig mitverdienen würde. Ob eine ausreichende Summe zusammenkommt, scheint dennoch fraglich. Sollte dies doch der Fall sein, böte sich mitunter ein Blick zu Mainz 05 an. Die Rheinhessen geben derzeit den Eindruck eines sinkenden Schiffes ab, am Donnerstag ging schon Eigengewächs Ridle Baku von Bord. Laut des Fachmagazins sind weitere Verkäufe durchaus einkalkuliert, zu den Kandidaten gehört eben auch Niakhate. Der 24-Jährige würde dem BVB mehr Physis geben, die zurzeit auch wegen des Ausfalls von Dan-Axel Zagadou fehlt.

Fazit

In den letzten Zügen des Transferfensters einen Kandidaten zu finden, der beim BVB nicht nur den Kader auffüllt, sondern auch einen qualitativen Unterschied machen kann, fällt schwer, wenn derjenige gleichzeitig auch noch in ein relativ enges Budget passen soll. Dass es einer der genannten Spieler wird, ist wohl ziemlich unwahrscheinlich. Am ehesten scheint die Verpflichtung eines Talents mit Perspektive denkbar, das nur im Notfall früh zu Einsatzzeiten kommt, aber 2021 den Kaderplatz von Piszczek übernimmt. Dem BVB bliebe ein besseres Händchen zu wünschen, als er es bei Leonardo Balerdi zeigte. Den Argentinier verlieh Dortmund an Olympique Marseille, nun sucht man kurz vor knapp womöglich doch noch Ersatz.

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Lars Pollmann  
01.10.2020