Mit Real und Bayer04

Diese Klubs machen das meiste Geld mit eigenen Talenten

Havertz füllte die Kassen von Bayer Leverkusen. Foto: Getty Images
Havertz füllte die Kassen von Bayer Leverkusen. Foto: Getty Images

Die Förderung eigener Talente ist bei allen Klubs im Profifußball inzwischen ein wichtiges Standbein. Dabei geht es natürlich darum, die besten Spieler der eigenen Mannschaft zuzuführen. Es ist aber auch ein Wirtschaftsfaktor, weil sich beim Verkauf von talentierten Kickern aus dem eigenen Nachwuchs hohe Gewinnmargen erzielen lassen.

Selbst wenn manche Talente inzwischen als Nachwuchsspieler gekauft werden und dafür bisweilen Summen fließen, die mit dem Kopf schütteln lassen, bleibt es ein lohnendes Geschäft, sie weiter auszubilden und eines Tages weiter zu verkaufen. Mancherorts haben sich ganze Fußball-Ökonomien auf dieser Grundlage gebildet. Die Sportforscher des Centre International d'Etude du Sport (CIES) haben nun untersucht, welche Klubs mit dem Verkauf von Talenten aus dem eigenen Schuppen das meiste Geld gemacht haben.

Benfica der Krösus

Im Untersuchungszeitraum seit Juli 2015 liegt dabei Champions-League-Achtelfinalist Benfica ganz vorne. In diesen sechseinhalb Jahren haben die Portugiesen laut der Studie 379 Millionen Euro mit Spielern verdient, die im eigenen Verein ausgebildet wurden. Als teuerster Transfer in dieser Zeit ist Joao Felix verbucht, für den Atletico Madrid 2019 über 125 Millionen Euro Ablöse gezahlt hat. Hinter Benfica rangiert mit Real Madrid ein Klub, den man nicht unbedingt als Verkaufsverein erwarten würde.

Real folgt auf Portugiesen

Bei den Königlichen stellt es sich aber so dar, dass sie eine sehr gute Akademie haben, aus der aber nur absolute Spitzenspieler die Chance haben, sich in der ersten Mannschaft zu behaupten. Viele Talente packen das nicht, finden aber anderswo einen guten Kaderplatz. 330 Millionen Euro sind so an Ablösen für die Madrilenen zusammengekommen. Dahinter klafft eine Lücke zu klassischeren Verkaufsvereinen wie der AS Monaco, Ajax oder Olympique Lyon. Mit Einnahmen von 213 Millionen Euro im Untersuchungszeitraum rangiert Bayer Leverkusen als einziger Bundesligist unter den Top 10.

Bayer04 vor Schalke, Dortmund und Bayern

Bei der Werkself macht alleine der Verkauf von Kai Havertz an den FC Chelsea demnach 47 Prozent aller Ablösen für Eigengewächse aus. Einen höheren Anteil macht unter den Top 10 nur Kylian Mbappe für Monaco aus (63 Prozent). Hinter Leverkusen folgen aus deutscher Sicht der FC Schalke 04 (136 Millionen Euro), Borussia Dortmund (81 Millionen Euro) und der FC Bayern (73 Millionen Euro), die im internationalen Vergleich aber nur unter ferner liefen auftauchen.

Diese Klubs verdienten mit Eigengewächsen am meisten

10. FC Liverpool, 171 Millionen Euro

9. Sporting, 209 Millionen Euro

8. FC Chelsea, 210 Millionen Euro

7. Atalanta, 211 Millionen Euro

6. Bayer Leverkusen, 213 Millionen Euro

5. Olympique Lyon, 270 Millionen Euro

4. Ajax, 283 Millionen Euro

3. AS Monaco, 285 Millionen Euro

2. Real Madrid, 330 Millionen Euro

1. Benfica, 379 Millionen Euro

(Angaben via CIES, Ablösesummen für im Klub ausgebildete Spieler seit Juli 2015)

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Lars Pollmann  
01.03.2022