Schlotterbeck & Co.

Prognose: Diese 10 U21-Europameister können für einen Top-Klub spielen

Deutscher Jubel bei der U21-EM. Darunter Arne Maier, Florian Wirtz und Ridle Baku (v.l.). Foto: Getty Images

Im Juni dieses Jahres wurde die deutsche U21-Nationalmannschaft Europameister. Viele Akteure aus dem damaligen Kader sind Stammspieler in der Bundesliga. Wie weit kann ihre Karriere noch führen? fussball.news wagt eine Prognose.

Am 6. Juni 2021 besiegte die deutsche U21-Nationalmannschaft im EM-Finale Portugal mit 1:0 und krönte sich zum Europameister. Die Startelf des damaligen Chefcoachs Stefan Kuntz war gespickt mit Bundesligaspielern und solchen, die es nach dem Turnier werden sollten. Zuvor schaltete der Kader im Finalturnier auch Dänemark und die Niederlande aus. Fußballerische Qualität gepaart mit einem von Kuntz implementierten Teamgeist prägten die Spielweise Deutschlands. Dabei haben sich einige Spieler für höhere Aufgaben empfohlen.

Ridle Baku, VfL Wolfsburg

In Mainz ausgebildet, wechselte Baku 2020 zum VfL Wolfsburg. Dort kam der 23-Jährige in 59 Spielen zum Einsatz, erzielte zehn Tore und bereitete zehn weitere vor. Der Rechtsfuß kann auch schon vier A-Länderspiele (ein Tor) vorweisen. Seine Polyvalenz (kann auf der rechten Seite alles spielen, zudem auch im defensiven Mittelfeld) ist ein weiterer Trumpf. Dem FC Bayern wurde bereits Interesse an Baku nachgesagt, auch Paris Saint-Germain soll ihn schon auf dem Radar gehabt haben. Gut vorstellbar wäre aber auch, dass Baku (Vertrag bis 2025) den Weg in die Premier League sucht. 

Nico Schlotterbeck, SC Freiburg

Welch furiose Entwicklung hat der jüngere der beiden Schlotterbeck-Brüder genommen: Beim SC Freiburg ist Nico Schlotterbeck noch bis 2023 vertraglich gebunden, im kommenden Sommer könnte aber bereits ein Wechsel eine Option sein. Letzte Saison war er noch an Union Berlin verliehen. Der FC Bayern und Borussia Dortmund beobachten ihn bereits intensiv. Aber auch der FC Liverpool könnte ebenso wie Newcastle United eine spannende Option werden. Mit seiner Art vorwärts zu verteidigen, seinem feinen Füßchen und seiner Kopfballstärke dürfte der 22-jährige Innenverteidiger aber ohnehin von allen europäischen Top-Klubs gejagt werden. Zuletzt war Schlotterbeck auch von Bundestrainer Hansi Flick nominiert worden, er blieb aber (noch) ohne Einsatz.

Amos Pieper, Arminia Bielefeld

Amos Pieper zählt zu den zweikampfstärksten Spielern der Bundesliga und durchlief seine Ausbildung bei Borussia Dortmund (2010 bis 2018). Allerdings konnte er sich nicht bei den Profis durchsetzen, weshalb Pieper zu Arminia Bielefeld wechselte. Über gute Leistungen bei den Ostwestfalen und in der U21-Nationalmannschaft erregte der Innenverteidiger Aufmerksamkeit. Weil sein Vertrag im Sommer ausläuft, steht womöglich der nächste Karrieresprung an. Eine Rückkehr zum BVB könnte eine Option sein, ein Wechsel auf die Insel zum FC Chelsea oder nach Spanien zu Atletico Madrid durch seine kampfbetonte Spielweise aber auch.

David Raum, TSG Hoffenheim

Weil Deutschland auf der linken Seite immer wieder der Schuh drückt, hat sich auch Raum ins Rampenlicht gespielt. Bei der TSG Hoffenheim ist der 23-Jährige zwar noch bis 2025 gebunden, nachdem er erst im Sommer von der SpVgg Greuther Fürth in den Kraichgau wechselte. Doch drei A-Länderspiele könnten schon bald den nächsten Schritt zur Folge haben. Womöglich bei Borussia Dortmund oder in der Serie A, wo er als Schienenspieler brillieren könnte? Auch der FC Barcelona könnte ihn als Nachfolger von Jordi Alba ins Visier nehmen. 

Niklas Dorsch, FC Augsburg

Der Mittelfeldmann spielte von 2012 bis 2018 beim FC Bayern München, über Heidenheim und Gent landete der 23-Jährige beim FC Augsburg. Ein gut überlegter Zwischenschritt, der ihn früher oder später zu einem größeren Klub führen dürfte. Pep Guardiola kennt ihn noch aus seiner Zeit beim deutschen Rekordmeister. Klopft der Chefcoach von Manchester City womöglich sogar bei Dorsch an? Zum FC Chelsea oder Manchester United würde er allerdings spielerisch sogar noch besser passen. Dass er seinen Vertrag bis 2026 erfüllt, ist unwahrscheinlich. 

Arne Maier, FC Augsburg

Kapitän der Europameister-Mannschaft, und doch einer der Spieler, die am meisten zu kämpfen haben: Bei seinem Heimatklub Hertha BSC konnte sich der 22-Jährige bislang nicht nachhaltig durchsetzen. In der vergangenen Saison noch an Arminia Bielefeld ausgeliehen, spielt Maier nun mit Dorsch beim FCA. Dürfen beide bald auch vermehrt gemeinsam ran, könnten sie in der Bundesliga für Furore sorgen. Doch Maier wird wohl den Weg der kleinen Schritte gehen müssen. Ein Klub wie Ajax Amsterdam hätte da durchaus seinen Reiz.

Florian Wirtz, Bayer Leverkusen

Der Europameister mit dem höchsten Marktwert und Finaltorschütze. Bei Bayer Leverkusen ist die Hoffnung groß, dass der 18-Jährige noch ein paar Jahre im Rheinland bleibt. Nach vier A-Länderspielen kann sich Wirtz seinen nächsten Klub wohl fast selbst aussuchen. Der FC Barcelona, Real Madrid, der FC Chelsea, die Manchester-Klubs oder Paris Saint-Germain: Alle haben bereits schon oder werden ihre Fühler nach dem Mittelfeldspieler (Vertrag bis 2026) ausstrecken. Beim FC Bayern München könnte ein Transfer an Jamal Musiala scheitern, der ein ähnliches Profil erfüllt. 

Karim Adeyemi, RB Salzburg

Der 19-jährige Stürmer in Diensten von RB Salzburg wird schon jetzt in ganz Europa gejagt. Vertraglich ist er zwar noch bis 2024 in Österreich gebunden, ein Abgang im Sommer gilt aber als sicher. Spielte in der Jugend zwei Jahre für den FC Bayern, eine Rückkehr stand auch im Raum. Doch ein Wechsel zu Borussia Dortmund scheint nun sehr wahrscheinlich. Nach sechs Torbeteiligungen in neun Champions League-Spielen sind aber wohl auch Paris Saint-Germain, der FC Liverpool, Real Madrid und der FC Barcelona interessiert.

Lukas Nmecha, VfL Wolfsburg

Wechselte im vergangenen Sommer für acht Millionen Euro von Manchester City zum VfL Wolfsburg. Der 23-Jährige wusste dort im zweiten Anlauf (war 2019 für eine Halbserie an den VfL ausgeliehen) in 15 Spielen (sechs Tore) durchaus zu überzeugen. Verletzte sich zuletzt am Knöchel. Der VfL dürfte nur ein Zwischenschritt sein. Die deutsche Sturmhoffnung (Vertrag bis 2025) könnte es wieder auf die Insel ziehen oder 2023 zum FC Bayern, wenn dort Robert Lewandowski möglicherweise geht. Vielleicht aber auch zu Borussia Dortmund, wenn dort Ähnliches  mit Top-Stürmer Erling Haaland geschieht. 

Jonathan Burkardt, FSV Mainz 05

Der neue Kapitän der U21-Nationalmannschaft ist ein Mainzer Eigengewächs, schaffte dort in der vergangenen Hinrunde den endgültigen Durchbruch in der Bundesliga mit sieben Toren in 17 Spielen. Der offensiv flexibel einsetzbare 21-Jährige dürfte nicht mehr ewig bei den Rheinhessen spielen. Bis 2024 läuft sein Vertrag. Bei Borussia Dortmund würde er in die Philosophie mit jungen Talenten passen, aber auch in England könnte Burkardt das Interesse etwa des FC Liverpool (mit Ex-Mainz-Coach Jürgen Klopp) oder von Manchester United wecken.

Profile picture for user Benjamin Heinrich
Benjamin Heinrich  
28.12.2021