Taktik und Personal

Die drei größten BVB-Fragen vor dem Saisonstart

Sancho, Reyna und Bellingham könnten zum Saisonstart gemeinsam wirbeln. Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images
Sancho, Reyna und Bellingham könnten zum Saisonstart gemeinsam wirbeln. Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Borussia Dortmund bestreitet am Montag einen letzten Test gegen Sparta Rotterdam, ehe die Pflichtspielsaison mit der ersten Runde im DFB-Pokal beim MSV Duisburg beginnt. In der Vorbereitung hat sich das Team bislang holprig präsentiert. Auf welchem Stand der BVB aktuell ist, das lässt sich schwer sagen. Klar ist, dass einige Fragen noch offen sind.

Eine Zusammenstellung von fussball.news-Redakteur Lars Pollmann

1. Dreier- oder Viererkette?

Trainer Lucien Favre hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass er eigentlich Verfechter der Viererkette ist. Seine Begründung, nahezu alle großen Teams spielten so, überzeugt aber ebenso wenig wie die Leistungen des BVB in dieser Grundordnung während des Sommers. Bei Fans und wohl auch der Mannschaft hat die vermeintliche Rückkehr, gelinde gesagt, keine Begeisterungsstürme hervorgerufen.

Zuletzt aber schien sich Favre eines Besseren zu besinnen und kehrte zur in der Vorsaison deutlich stabileren Dreierkette zurück. So oder so dürften Manuel Akanji und Mats Hummels gesetzt sein. In der Dreierkette würden Emre Can und Lukasz Piszczek den letzten Platz unter sich ausmachen, in der Viererkette wäre die Besetzung des rechten Außenverteidigers offen. 

2. Wer wird rechtzeitig fit?

Es führt fließend zur zweiten großen Frage rund um den BVB vor dem Saisonstart. Definitiv nicht zur Verfügung stehen werden die länger verletzten Mateu Morey, Marcel Schmelzer und Dan-Axel Zagadou. Da neben Morey auch Thomas Meunier Teile der Vorbereitung verpasst hat, ergibt sich auf der rechten Seite mitunter ein Vakuum. Dies könnte einer der Leihrückkehrer, Felix Passlack oder Marius Wolf, füllen. Beide dürfte der BVB aber nicht ungern noch bis zum 05. Oktober abgeben wollen, weil sie eigentlich keine Zukunft beim BVB haben dürften. 

Meunier wurde zur belgischen Nationalmannschaft berufen und könnte so gerade rechtzeitig für das Duisburg-Spiel wieder fit sein. Andernfalls bliebe eine eindeutige Notlösung, eben mit Passlack oder Wolf, womöglich aber auch mit Piszczek. Aufgrund der Fülle an personellen Optionen sind die anderen Fitness-Fragezeichen womöglich weniger akut. Doch die Rückkehr von Marco Reus zum Saisonstart wäre sicher ein mentaler Boost für das ganze Team, während Mahmoud Dahoud und Reinier, der mit Rückstand von Real Madrid geliehen wurde, so oder so eher als Einwechseloptionen in die Spielzeit gehen dürften.

3. Wie stellt sich das Mittelfeld auf?

Nirgendwo herrscht beim BVB ein so großes Gedränge wie in den zentralen Positionen. Jude Bellingham und Gio Reyna sind die großen Gewinner des Sommers, die beiden 17-Jährigen dürften gerade zum Saisonstart die Nase vor den arrivierteren Kollegen haben. Reyna könnte dabei als klassischer Zehner (Viererkette) oder als nomineller Flügelspieler (Dreierkette) auflaufen. Wahrscheinlich scheint, dass sich ein erfahrenerer Sechser zu ihm gesellen wird. Thomas Delaney macht im Sommer den stärkeren Eindruck als Axel Witsel, womöglich wird aber auch Can hier ein Thema. Im Hintertreffen befindet sich wohl Julian Brandt, wenngleich der Nationalspieler noch nie als Trainingsweltmeister in Erscheinung getreten ist. 

Eine mögliche Elf für das Pokalspiel in Duisburg:

Bürki; Piszczek, Hummels, Akanji; Meunier, Bellingham, Delaney, Guerreiro; Sancho, Reyna; Haaland.

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Lars Pollmann  
06.09.2020