Bittere Niederlagen, große Comeback-Qualitäten

Die denkwürdigsten Bundesligaspiele des FC Bayern in der Saison 2020/21

Bei Borussia Mönchengladbach verlor der FC Bayern nach einer 2:0-Führung mit 2:3. Foto. Imago.
Bei Borussia Mönchengladbach verlor der FC Bayern nach einer 2:0-Führung mit 2:3. Foto. Imago.

Mit 13 Punkten Vorsprung auf Vizemeister RB Leipzig feierte der FC Bayern die neunte Meisterschaft in Serie. Ganz so souverän verlief die Saison des deutschen Rekordmeisters aber nicht. Stattdessen erlebte die Mannschaft von Hansi Flick einige denkwürdige Arbeitstage.

Seit Hansi Flick im November 2019 zum Cheftrainer des FC Bayern aufgestiegen ist, wussten die Münchner insbesondere mit ihrer Wucht in der Offensive zu überzeugen. In der vergangenen Saison erzielten sie allein in der Bundesliga 100 Tore, in diesem Jahr standen in der Endabrechnung 99 zu Buche. Die Treffsicherheit von Robert Lewandowski & Co. war allerdings auch vonnöten, denn in dieser Spielzeit erwies sich die Defensive als löchrig und konteranfällig: Anstelle von 32 Gegentoren wie in der abgelaufenen Saison stehen in der Spielzeit 2020/21 insgesamt 44 Gegentore zu Buche, wovon 21 in der Allianz Arena und 23 in der Fremde gefallen sind. In 33 Einsätzen konnte Manuel Neuer nur neunmal die weiße Weste wahren, auch Alexander Nübel blieb in seinem einzigen Bundesligaspiel für den FC Bayern nicht ohne Gegentor. 

Denkwürdiger Auftakt: Schalke wird vom Platz gefegt

In einem der denkwürdigsten Spiele durfte sich Neuer allerdings darüber freuen, kein Gegentor kassiert zu haben. Der FC Bayern eröffnete die Saison am 18. September gegen den FC Schalke 04 und lieferte ein Offensivfeuerwerk ab. Zur Halbzeit führte der Rekordmeister mit 3:0, nach dem Seitenwechsel schenkte er dem späteren Absteiger fünf weitere Gegentreffer ein. Das 8:0 war ein standesgemäßer Einstand.

Hoffenheim und Hertha schenken Bayern sieben Gegentore ein

Dass der Triple-Sieger nicht unverwundbar ist, bewiesen kurz darauf aber die TSG Hoffenheim und Hertha BSC. Nur neun Tage nach dem 8:0-Sieg über Schalke kassierte der FC Bayern eine 1:4-Klatsche bei der TSG Hoffenheim, am darauffolgenden Spieltag setzten sich die Münchner dank eines Viererpacks von Robert Lewandowski knapp mit 4:3 gegen Hertha BSC durch. Nachdem die Hertha einen 0:2-Rückstand egalisierte und in der 88. Minute das zwischenzeitliche 3:3 erzielte, markiert Lewandowski in der dritten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer. 

Wildes 3:3 gegen Leipzig

Rasant ging es auch im Spitzenspiel gegen RB Leipzig am zehnten Spieltag zu. Nach 19 Minuten erzielte Christopher Nkunku das 1:0 für die Gäste aus Sachsen, der in der 25. Minute eingewechselte Jamal Musiala drehte die Partie jedoch binnen weniger Minuten, indem er den Ausgleich erzielte und die Führung einleitete. Nur zwei Minuten, nachdem Thomas Müller das 2:1 erzielt hatte, glich Leipzig jedoch wieder aus und ging in Minute 48 erneut in Front. Das letzte Wort aber hatte Müller mit seinem Treffer zum 3:3 in Minute 75.

2:3 gegen Gladbach, 3:3 gegen Bielefeld

Ähnlich kurios verliefen die Spiele gegen Borussia Mönchengladbach (15. Spieltag) und Arminia Bielefeld (21. Spieltag). Bei der Borussia lagen die Bayern bereits nach 26 Minuten mit 2:0 in Front, verloren danach aber den Faden: In der 35. Minute traf Jonas Hofmann zum 1:2, Lars Stindl erzielte in der 45. Minute den Ausgleich und Florian Neuhaus besiegelte in Minute 49 den 3:2-Endstand aus Gladbacher Sicht. Arminia Bielefeld ging derweil in der Allianz Arena früh in Führung, nahm einen zwei-Tore-Vorsprung mit in die Kabine und erhöhte nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer durch Lewandowski sogar auf 3:1. Corentin Tolisso und Alphonso Davies stellten zwar alles auf Null, ein vierter Treffer blieb dem FC Bayern aber verwehrt, weshalb es beim 3:3 blieb.

Florian Bajus  
23.05.2021