Nur dreimal Bayern

Die Bundesliga-Top-XI des Jahres 2022

Bellingham und Kimmich standen schon 2021 in der Elf des Jahres. Foto: Getty Images
Bellingham und Kimmich standen schon 2021 in der Elf des Jahres. Foto: Getty Images

Das Fußballjahr ist für die Bundesliga wegen der ersten Winter-WM der Geschichte schon seit Mitte November vorbei. In Katar konnten dann aber noch zahlreiche Profis, die hierzulande ihr Geld verdienen, auf sich aufmerksam machen. Einige von ihnen haben auch einen Platz in der Bundesliga-Top-XI des Jahres 2022 von fussball.news sicher.

Im Vorjahr wurde diese Mannschaft noch von Rekordtorschütze Robert Lewandowski angeführt, der die Bundesliga bekanntlich im Sommer Richtung FC Barcelona verlassen hat. Aus der Top-XI von 2021 haben sich auch Erling Haaland und Stefan Ortega verabschiedet, beide sind inzwischen bei Manchester City aktiv, zudem ist Filip Kostic zu Juventus gewechselt. Von den verbleibenden sieben 'Preisträgern' haben es zwei erneut in die Top-XI geschafft: Jude Bellingham und Joshua Kimmich spielen in der fiktiven Mannschaft in einem 4-2-3-1 nebeneinander vor der Abwehrkette.

Tor: Kevin Trapp, Eintracht Frankfurt

Ginge es ausschließlich um die Leistungen in der Bundesliga, hätte vielleicht Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach die Nase leicht vorne gehabt. Jedoch ist völlig unmöglich, in einer Rückschau auf das Jahr 2022 die herausragenden Erfolge auf internationalem Parkett der Eintracht zu vernachlässigen. Und da hat sich Trapp vor allem mit Heldentaten im Europa-League-Endspiel gegen die Rangers unsterblich gemacht. Auch in der laufenden Champions-League-Saison weiß der WM-Fahrer zu überzeugen, im Bundesliga-Alltag sowieso.

Rechter Verteidiger: Jeremie Frimpong, Bayer Leverkusen

Seit Jahren gilt die rechte Abwehrseite als eine Problemzone in der nahezu gesamten Bundesliga. Womöglich kann Noussair Mazraoui beim FC Bayern bald klar den Spitzenplatz einnehmen. Im Kalenderjahr 2022 fällt die Wahl auf den Wirbelwind Frimpong, der bei der Werkself über den Flügel ungemein großen Offensivdrang entfaltet und sich so für einen Karrieresprung zu einem internationalen Top-Klub empfiehlt.

Innenverteidiger: Josko Gvardiol, RB Leipzig und Dayot Upamecano, FC Bayern

In der zentralen Abwehr kann man es kurz machen: Die junge Garde hat den Altvorderen wie etwa Mats Hummels den Rang abgelaufen. Gvardiol und Upamecano haben starken Leistungen bei ihren Klubs ein überragendes WM-Turnier folgen lassen und so ihren Platz in dieser Top-XI allemal verdient. 

Linker Verteidiger: Ramy Bensebaini, Borussia Mönchengladbach

Auf der linken Seite hat Alphonso Davies vom FC Bayern klar die Vormachtstellung inne, 2022 war für ihn aber ein schweres Jahr. Mit Herzproblemen verpasste er Monate, insgesamt steht nur eine Bundesliga-Torbeteiligung für ihn zu Buche. So fällt die Wahl zwischen Borna Sosa vom VfB Stuttgart, für den zehn Torvorlagen sprechen, und Bensebaini. Der Gladbacher setzt sich durch, weil er mit seinen Leistungen in den vergangenen zwölf Monaten großes Interesse auf dem Transfermarkt auf sich gezogen hat.

Zentrales Mittelfeld: Joshua Kimmich, FC Bayern und Jude Bellingham, Borussia Dortmund

Die beiden Dauerbrenner der größten deutschen Klubs werden es mutmaßlich so lange in die Top-XI schaffen, wie sie hierzulande spielen. Beim englischen Jungstar wird es deshalb wohl die letzte Berufung sein. Kimmich war nach der offiziellen Bundesliga-Statistik der Profi, der 2022 die meisten Ballaktionen hatte und Kilometer gelaufen ist, Bellingham bestritt die meisten Zweikämpfe und ist beim BVB als Teenager zum Vizekapitän geworden.

Rechtsaußen: Dominik Szoboszlai, RB Leipzig

Über zwölf Monate dominante Offensivspieler gab es in der Bundesliga 2022 erstaunlich wenige. Serge Gnabry und Leroy Sane vom FC Bayern etwa haben sich zu viele Pausen gegönnt und auch bei der WM nur leidlich überzeugt. Szoboszlai wird hier dafür gewürdigt, endgültig den Durchbruch bei Leipzig gepackt zu haben. Zudem hat im Kalenderjahr nur Alassane Plea von Gladbach mehr Torvorlagen gegeben als der Ungar, für den zudem spricht, dass er wunderschöne Weitschusstore im Repertoire hat. Ein Glück, dass Marco Rose den 22-Jährigen oft genug rechts eingesetzt hat ...

Offensives Mittelfeld: Jamal Musiala, FC Bayern

Wenn die Rede vom endgültigen Durchbruch ist, muss das nicht zuletzt für Musiala gelten. Der größte deutsche WM-Lichtblick hat sich beim Rekordmeister unverzichtbar gemacht und lässt selbst Fans, die es nicht eben mit den Münchnern halten, immer wieder Bauklötze staunen. Die Eleganz und Leichtigkeit, die der schmächtige und dennoch durchsetzungsstarke Musiala versprüht, machen ihn bereits mit 19 Jahren zu einer der größten Attraktionen der Bundesliga.

Linksaußen: Vincenzo Grifo, SC Freiburg

Eine Top-XI für das Jahr 2022 wäre ohne einen Vertreter der Breisgauer nicht akzeptabel, und Grifo ist der logische Anwärter für einen Platz darin. Mit 23 Torbeteiligungen in 44 Pflichtspielen ist der italienische Standardspezialist unter den produktivsten Bundesliga-Profis des Jahres zu finden, seine herausragenden Leistungen haben ihm auch zu einem festen Platz in der Nationalmannschaft verholfen.

Stürmer: Christopher Nkunku, RB Leipzig

Im Sturm fällt die Wahl nach dem Abschied der Superstars Lewandowski und Haaland leicht: Nkunku hat 2022 die meisten Treffer in der Bundesliga erzielt (25), wurde im Sommer zum Fußballer des Jahres gewählt und hat eine weitere Top-Hinrunde in allen Wettbewerben folgen lassen. Der Franzose darf mit Fug und Recht als wohl bester Bundesliga-Profi der letzten zwölf Monate gelten. Aller Voraussicht nach stehen nun die letzten sechs an, ehe es zum FC Chelsea geht.

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Lars Pollmann  
28.12.2022