Zwei Publikumslieblinge bleiben

Die 5 SGE-Prognosen für das Jahr 2021

Drei entscheidende Personalien in Frankfurt 2021: Filip Kostic, Andre Silva und Martin Hinteregger (v.l.). Foto: Imago

Das Jahr 2020 war für Eintracht Frankfurt eines der gemischten Gefühle. Nach zwei Jahren in Folge verpasste das Team von Trainer Adi Hütter die Europa League. Glück im Unglück: Die Fans der Hessen hätten in der Coronakrise ohnehin nicht dabei sein können. In der nächsten Saison könnte das wieder anders sein.

Der Rückstand auf Platz sechs betrug bis zum kurzen "Winterpäuschen" für Eintracht Frankfurt nur vier Punkte. Die Hessen liegen in Lauerstellung und stießen mit dem 2:0 gegen den FC Augsburg kurz vor Weihnachten auch den Bock nach der Sieglos-Serie um. Doch was hält 2021 für die Frankfurter parat? Können die Verantwortlichen die positive Entwicklung der letzten Jahre fortführen? Drohen namhafte Abgänge im Sommer? fussball.news-Redakteur Benjamin Heinrich wagt den Blick in die Glaskugel. Hier sind fünf SGE-Prognosen für 2021.
 

1. Andre Silva wird der nächste 40+x-Millionen-Abgang

Nach Robert Lewandowski vom FC Bayern München und Erling Haaland von Borussia Dortmund ist Frankfurts Andre Silva der drittbeste Torschütze der Bundesliga im Kalenderjahr 2020 gewesen, traf in 27 Spielen 18-mal, in der laufenden Saison ist er bislang der zweitbeste Scorer der Bundesliga. Die Frankfurter verpflichteten den 25-jährigen Portugiesen vor der Saison nach einer einjährigen Leihe vom AC Mailand im Tausch mit Ante Rebic fest. Der Nationalspieler wird auch 2021 weiter knipsen und im Sommer trotz Vertrages bis 2023 für eine ähnliche Ablösesumme den Klub verlassen wie es 2019 Luka Jovic (für rund 60 Millionen Euro zu Real Madrid) und Sebastien Haller (für 50 Millionen Euro zu West Ham United) taten. Jovic könnte Silva dann im Sommer ersetzen, wenn er nicht ohnehin noch im Januar den Weg zurück an den Main findet.
 

2. Die Eintracht spielt im Herbst vor Zuschauern wieder europäisch

Die einjährige Abstinenz von der Europa League soll es dann aber auch gewesen sein. In der kommenden Saison werden die Frankfurter wieder auf der europäischen Bühne auftreten. Eine Platzierung im oberen Tabellendrittel wird gelingen, weil Sportvorstand Fredi Bobic noch einen weiteren Topstürmer aus dem Hut zaubert, die Spieler nach den vielen Unentschieden in 2020 wieder Bock auf Siege haben und Hütter betonte ja ohnehin, dass seine Teams im zweiten Halbjahr einer Saison immer stärker sind. Außerdem werden im Herbst auch wieder Zuschauer in den Deutsche Bank Park strömen, damit sich die Europa League auch richtig lohnt. Vor wohl dezimierter, aber nicht weniger beeindruckender Kulisse werden die Adlerträger wieder durch Europa stürmen und auch 2022 dort noch vertreten sein.
 

3. Hütter bekommt Angebot von Topverein

Ob der Trainer dann aber noch Adi Hütter heißt, steht in den Sternen. Weil der Österreicher die Hessen wieder erfolgreich in die Top 6 führt, wird er Begehrlichkeiten wecken. Im Sommer könnte der 50-Jährige Teil eines spannenden Trainer-Roulettes in der Bundesliga werden. Borussia Dortmund, bei dem Hütter schon im vergangenen Sommer auf der Liste stand, könnte erneut anklopfen. Bei einem Rose-Abgang wiederum könnte auch Borussia Mönchengladbach ihre Fühler nach dem Coach ausstrecken. Hütter fühlt sich in Frankfurt zwar wohl, wird aber früher oder später nach dem nächsten Schritt streben und ihn auch machen. Im Sommer könnte es trotz Vertrages bis 2023 schon so weit sein.
 

4. Fernandes und Hasebe verstärken das Management

Sportdirektor Bruno Hübner wird im Sommer die Segel streichen. Der Vertrag des 59-Jährigen läuft aus und wird wohl auch nicht verlängert. Die Chance für Fredi Bobic zwei (ehemalige) Musterprofis ins Management zu holen. Makoto Hasebe, der ziemlich sicher in sein letztes Halbjahr als Eintracht-Spieler gehen wird, bleibt den Frankfurtern in anderer Funktion erhalten. Als Teil des Managements könnte der 36-Jährige vor allem den asiatischen Markt für die SGE stärken, sein Wort hat intern zudem hohen Stellenwert. Als neuer Sportdirektor wird Gelson Fernandes aufgebaut. Der 34-jährige Schweizer beendete im vergangenen Sommer seine Karriere in Frankfurt, ist der geborene Manager, spricht sieben Sprachen und ist bestens vernetzt. Einen Bachelor in Sportmanagement hat der ehemalige Mittelfeldmann bereits gemacht, der Master soll bei der UEFA folgen.
 

5. Publikumslieblinge Kostic und Hinteregger bleiben in Frankfurt

Filip Kostic und Martin Hinteregger stehen bei der Eintracht immer wieder im Schaufenster, werden als erstes genannt, wenn es darum geht, Einnahmen auf dem Transfermarkt zu generieren. Doch sowohl der serbische Linksaußen als auch der österreichische Innenverteidiger wissen, was sie an Frankfurt und der Eintracht haben. Dort sind sie Publikumslieblinge und zu Bestleistungen im Stande. Den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere erlebten sie jeweils in der Rhein-Main-Metropole. Das wollen die beiden Akteure auch im Sommer nicht eintauschen. Weil zudem Andre Silva eine mächtige Transfersumme einbringt, sind die Verantwortlichen trotz der Coronakrise auch nicht dazu gezwungen, einen der beiden 28-Jährigen zu verkaufen.  

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Benjamin Heinrich  
02.01.2021