"Fuck Mann, der Musiala!"

Von Aytekin bis Conte: Die 10 lustigsten Fußballsprüche der letzten Tage

Nach dem Streit an der Seitenlinie legten Thomas Tuchel und Antonio Conte (v.l.) nach Spielende nach. Foto: Getty Images.
Nach dem Streit an der Seitenlinie legten Thomas Tuchel und Antonio Conte (v.l.) nach Spielende nach. Foto: Getty Images.

Trotz aller Ernsthaftigkeit im Profifußball geht Spielern und Verantwortlichen nicht selten ein humorvoller Spruch über die Lippen. fussball.news listet die zehn lustigsten Fußballsprüche der vergangenen Tage auf.

Thomas Tuchel: "Ich habe es genossen und ich glaube, er auch"

Beim London-Derby zwischen dem FC Chelsea und Tottenham Hotspur am vergangenen Sonntag (2:2) rückten Thomas Tuchel und Antonio Conte in den Vordergrund. Beide Coaches gerieten beim zwischenzeitlichen Ausgleich der Spurs zum 1:1 aneinander und lieferten sich nach dem Schlusspfiff beinahe ein Handgemenge, weil Conte Tuchel beim Handschlag nicht in die Augen sah. Auf der anschließenden Pressekonferenz relativierte Tuchel die Auseinandersetzung mit dem Spurs-Coach: "Niemand wurde beschimpft, niemand wurde verletzt. Wir hatten keinen Faustkampf oder so." Auf die Nachfrage eines Journalisten, ob er gesagt habe, dass er den Streit genossen habe, antwortete er: "Ja, ich habe es genossen, und ich glaube, er auch."

Conte: "Dir ein Bein zu stellen wäre wohlverdient gewesen"

Für Thomas Tuchel war der Zoff mit Antonio Conte wenige Minuten nach Spielende schon wieder Geschichte, der Italiener legte am späten Abend via Instagram aber noch einmal nach. Ein Foto, das zeigt, wie Tuchel beim Jubel über das zwischenzeitliche 2:1 an Conte vorbeilief, kommentierte der Spurs-Coach mit den Worten: "Zum Glück habe ich dich nicht gesehen. Dir ein Bein zu stellen wäre wohlverdient gewesen." Mit lachenden Smileys relativierte Conte die Ernsthaftigkeit dieser Aussage.

Herbert Hainer zu Lewandowski: "Wenn wir jedes Spiel gewinnen, dann nicht"

Der FC Bayern hat Robert Lewandowski an den FC Barcelona verkauft, somit hat der deutsche Rekordmeister seinen bisherigen Top-Torjäger nach acht gemeinsamen Jahren verloren. An Offensivkraft hat die Mannschaft aber keineswegs eingebüßt, in den ersten drei Pflichtspielen gegen RB Leipzig (5:3), Eintracht Frankfurt (6:1) und den VfL Wolfsbug (2:0) erzielte die Elf von Julian Nagelsmann 13 Tore. Von Sky darauf angesprochen, ob der FC Bayern Lewandowski vermissen wird, entgegnete Vereinspräsident Herbert Hainer entsprechend gelassen: "Wenn wir jedes Spiel gewinnen, dann nicht."

Deniz Aytekin: "Fuck Mann, der Musiala!"

Deniz Aytekin leitete das Eröffnungsspiel der neuen Bundesliga-Saison zwischen Eintracht Frankfurt und dem FC Bayern (1:6). Der deutsche Rekordmeister überzeugte in den ersten 45 Minuten mit pfeilschnellem und chancenreichem Offensivfußball, weshalb die sichtlich überforderte Eintracht mit einem 0:5-Rückstand in die Kabine ging. Aytekin staunte indes über einen Bayern-Profi ganz besonders: Jamal Musiala, der aktuell zum Überflieger avanciert. "Ich war auf diesem Platz und dachte mir: 'Fuck Mann, der Musiala!' Der Kerl ist 19 - und wenn der anzieht und nimmt dir auf 80 Meter 60 bis 70 ab, dann denkst du anders über dein Leben nach", sagte Aytekin im Podcast "kicker meets DAZN" über den deutschen Nationalspieler.

Toni Kroos: "Habe Alaba gesagt: 'Das hast du toll gemacht, aber ...'"

David Alaba wurde beim Liga-Auftakt von Real Madrid gegen UD Almeria (2:1) erst in der 76. Minute eingewechselt. Der Innenverteidiger erlebte einen gelungenen Einstand, denn gleich mit seiner ersten Ballaktion erzielte er ein direktes Freistoßtor. Mitspieler Toni Kroos staunte in seinem Podcast "Einfach mal Luppen", den er gemeinsam mit seinem Bruder Felix betreibt, nicht schlecht: "Ich habe ihm gesagt: 'Das hast du toll gemacht, aber was dir wirklich zu einem großen Spieler fehlt, ist, dass du dich direkt wieder auswechseln lässt.’" 

Klopp: "Ich weiß nicht, ob es in Barcelona einen Aki Watzke gibt"

Dass der FC Barcelona trotz hoher Schulden in der Lage ist, zahlreiche Spieler für hohe Ablösesummen zu verpflichten, verwundert auch Jürgen Klopp. "Wenn man mir sagt, ich habe kein Geld, dann gebe ich nichts mehr aus", sagte der Coach des FC Liverpool gegenüber dem kicker über die Situation bei den Katalanen (fussball.news berichtete). Im weiteren Verlauf des Interviews zog Klopp einen Vergleich zu Borussia Dortmund, das zu Beginn der 2000er-Jahre von großen wirtschaftlichen Problemen geplagt war. "Da musste Aki Watzke in letzter Sekunde kommen und das Ganze retten. Und ich weiß nicht, ob es in Barcelona einen Aki Watzke gibt", sagte Klopp. 

Elon Musk: "I'm buying Manchester United"

Die Saison hat gerade erst begonnen, doch bei Manchester United herrscht erneut große Unruhe. Einerseits wird Cristiano Ronaldo aufgrund seines Wechselwunsches mit allerhand Vereinen in Verbindung gebracht - ob diese stimmen, will der fünffache Weltfußballer zeitnah in einem Interview beantworten -, andererseits verloren die Red Devils ihre Auftaktspiele in der Premier League. Auf ein 1:2 gegen Brighton & Hove Albion folgte eine 0:4-Klatsche beim FC Brentford. Daraufhin verkündete Tesla-CEO Elon Musk auf Twitter: "Außerdem kaufe ich Manchester United. Gern geschehen." Später erklärte Musk jedoch, er habe sich bloß einen Scherz erlaubt. 

Christian Streich: "Da schwillt einem der Kamm"

Als der SC Freiburg im Heimspiel gegen Borussia Dortmund kurz vor Spielende das 1:3 kassierte, befand sich Youssoufa Moukoko beim Schuss von Marius Wolf im Abseits und beeinflusste mit seiner Positionierung SC-Keeper Mark Flekken. Nach der Erklärung von VAR-Chef Dr. Jochen Drees, weshalb sich die Video-Assistenten nicht zu Wort gemeldet haben, und dass es sich um eine komplizierte Situation gehandelt habe, echauffierte sich Christian Streich vor dem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart: "Da schwillt einem der Kamm, da fühlt man sich ein Stück weit auch verarscht."

Oliver Glasner zu Hasebe: "Wenn es so weitergeht, hoffe ich, dass er noch bis 45 spielt"

Derzeit wird viel über die Konsequenzen des Abschiedes von Filip Kostic diskutiert, doch Eintracht-Coach Oliver Glasner hat daneben noch eine andere Baustelle. Die Dreierkette der SGE präsentierte sich gegen den FC Bayern und auch gegen Hertha BSC (1:1) nicht sattelfest, weshalb Makoto Hasebe trotz seines Alters von 38 Jahren noch immer ein wichtiger Faktor in der jungen Abwehr um Evan Ndicka (22), Tuta (23) und Almamy Toure (26) ist. Da sich Toure zudem verletzt hat, äußerte Glasner gemäß der Bild-Zeitung die Hoffnung, dass Hasebe noch keinen Gedanken an ein Karriereende verschwendet: "Wenn es so weitergeht, hoffe ich, dass er noch bis 45 spielt."

Steffen Baumgart: "Oh, da ist wieder einer"

Seit dem Wechsel von Anthony Modeste zu Borussia Dortmund wird darüber spekuliert, ob der 1. FC Köln bis zum Transferschluss am 1. September noch einen Ersatzstürmer verpflichten wird. Im Zuge dessen machen viele Gerüchte die Runde, unter anderem Pay-TV-Sender Sky befasst sich in der Sendung "Transfer Update" mit potenziellen Nachfolgern für Modeste. Steffen Baumgart findet die Spekulationen allenfalls amüsant: "Da sind ganz viele Namen. Ich finde es im Moment witzig, wenn ich abends auf Sky die Transfermarkt-Show gucke und denke: ‚Oh, da ist wieder einer'", sagte der FC-Coach auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig (2:2).

Florian Bajus  
18.08.2022