Coronakrise

DFB-Vizepräsident warnt: 40 Millionen weniger für Hannover und Co.

Auch Hannover 96 muss mit Mindereinnahmen kalkulieren.
Auch Hannover 96 muss mit Mindereinnahmen kalkulieren. Foto: Getty Images

Steffen Schneekloth ist nicht nur Präsident von Holstein Kiel, sondern auch DFB-Vize-Präsident und Sprecher der 2. Liga. Er positioniert sich beim Thema Verteilung der TV-Gelder - und warnt.

Die Coronakrise trifft viele Branchen knallhart, auch der Fußball leidet unter den Folgen. Die Diskussionen um eine neue Verteilung der TV-Gelder findet Steffen Schneekloth fehl am Platz. Er schrieb in einer Kolumne im kicker: "Fakt ist: Es geht derzeit nicht darum, Mehreinnahmen zu verteilen. Das Gegenteil ist der Fall: Wir reden von Mindereinnahmen."

Schneekloth zeigt Entwicklung auf

Der DFB-Vizepräsident warnte Hannover 96 und Co. vor drastischen Einschnitten: "Die nationalen Medienerlöse sinken im kommenden Jahr, die Einnahmen aus der internationalen Medienvermarktung gehen prozentual noch deutlicher zurück." Schnellkloth rechnete vor: "Insgesamt stehen den 36 Profiklubs der Bundesliga und 2. Bundesliga allein aus der Verwertung der nationalen Medienrechte im kommenden Jahr insgesamt rund 200 Mio. Euro weniger zur Verfügung."

40 Millionen Mindereinnahmen für Zweitligisten

Offenbar werden diese Probleme von einigen Klubs noch komplett ignoriert: "Das scheint bisher noch nicht richtig angekommen zu sein und bedeutet im Einzelnen: In der Bundesliga fehlen den 18 Klubs nach dem derzeit angelegten Verteilermaßstab zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga von ungefähr 80:20 % um die 160 Mio. Euro und den Klubs der 2. Bundesliga ungefähr 40 Mio."

Gedanken über "Umverteilung" zur Unzeit

Die Parameter verschieben sich, weshalb Schneekloth kritisiert: "Da kann sich jeder vorstellen, mit welchen Mindereinnahmen er zukünftig umzugehen hat. Klubs darüber hinaus durch revolutionäre "Umverteilung" weitere Gelder zu nehmen, dieser Gedanke scheint zur Unzeit zu kommen."

Florian Bolker  
16.11.2020