Sorge um Fohlen-Zukunft

Deshalb wäre der Abstieg der U23 in die 5. Liga für Gladbach eine Blamage

Per Lockl (l.) gilt als Nachwuchstalent bei Borussia Mönchengladbach. Im vergangenen Sommer war er beim Testspiel gegen den FC Bayern München dabei.
Per Lockl (l.) gilt als Nachwuchstalent bei Borussia Mönchengladbach. Im vergangenen Sommer war er beim Testspiel gegen den FC Bayern München dabei. (Foto: CHRISTOF STACHE/AFP via Getty Images)

Während die Profiabteilung von Borussia Mönchengladbach noch gegen den Abstieg aus der Bundesliga spielt, kämpft die U23-Mannschaft der Fohlen um den Verbleib in der Regionalliga West. Ein Abgang in Liga fünf käme dem Verein besonders teuer zu stehen.

Am vergangenen Wochenende unterlag das U23-Team mit 0:2 gegen die Sportfreunde Lotte. Aktuell trennt die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach nur noch drei Punkte von einem möglichen Abstiegsplatz. Im Worst Case geht es am Ende der Saison sogar in die 5. Liga runter. Und das, obwohl mit Heiko Vogel ein erfahrener Trainer an der Seitenlinie steht. Unter anderem holte er 2012 mit dem FC Basel das Schweizer Double. Später war er unter anderem für die Talente des FC Bayern zuständig.

"Gladbacher Weg" eine Sackgasse?

Der "Gladbacher Weg", wie es so schön heißt, bedeutet, dass sich der Klub bei der Integration neuer Talente für die Profimannschaft gern in der eigenen Jugendabteilung bedienen möchte. Doch es scheint an Qualität zu fehlen. Selbst in den vergangenen Jahren schafften den Sprung in die erste Riege nur wenige Akteure. Lediglich Jordan Beyer ist ein Eigengewächs, das sich in dieser Saison weitestgehend durchgesetzt hat. Dabei waren unzählige Youngsters in der Sommervorbereitung dabei. Unter anderem Per Lockl und Conor Noß, die als mögliche Kandidaten für die 1. Mannschaft galten.

U23-Abstieg schadet Image bei Talentsuche

Sollte die U23-Mannschaft tatsächlich absteigen, würde das dem Image des Nachwuchses nicht weiterhelfen - und der Sprung von der fünften in die erste Liga wäre noch schwieriger für die eigenen Talente. Dann wäre die Borussia wohl noch mehr auf externe Youngster angewiesen als ohnehin schon. Mit Luca Netz bedienten sich die Fohlen zuletzt bei Hertha BSC, Manu Koné kam zuvor vom FC Toulouse. Allein für diese zwei Spieler gab Gladbach vergangenes Jahr mehr als zehn Millionen Euro aus. Geld, das man gerade in Coronazeiten eigentlich lieber einsparen will.

Tom Jacob  
21.03.2022