Zwei Fraktionen im Kader

Deshalb wackelte der Gehaltsverzicht auf Schalke

Die große Einigkeit herrschte auf Schalke zuletzt nicht. Foto: Ronald Wittek - Pool/Getty Images
Die große Einigkeit herrschte auf Schalke zuletzt nicht. Foto: Ronald Wittek - Pool/Getty Images

Der FC Schalke 04 ist sportlich wie wirtschaftlich schon seit einiger Zeit in Schieflage geraten. Die Königsblauen einigten sich zuletzt mit den Profis auf einen dringend benötigten Gehaltsverzicht. Der stand allerdings länger auf der Kippe, als bisher bekannt war.

Dies berichtet jedenfalls Sport Bild. Demnach hatte sich die Mannschaft bei dem Thema in zwei Gruppen gespaltet. Auf der einen Seite standen die Führungsspieler, die mit Jochen Schneider und Co. die Konditionen der Vereinbarung ausgemacht hatten. Sie wussten wohl einen Großteil des Kaders hinter sich. Auf der anderen Seite sollen aber einige schon länger auf Schalke spielende Profis gegen den Verzicht gewesen sein. Sie seien nicht zuletzt darüber verärgert, dass der Klub ihnen noch Bonuszahlungen schuldig sei, die aus der Amtszeit von Christian Heidel als Sportchef stammen.

Rudy kassiert bei Hoffenheim noch 2,5 Schalke-Millionen

Außerdem war wohl der Ärger darüber groß, dass der S04 trotz seiner Probleme noch Transfers tätigte und dabei auch Spieler bezahlt, damit sie nicht mehr bei den Knappen bleiben. Sebastian Rudy soll während seiner neuerlichen Leihe zur TSG Hoffenheim noch zweieinhalb Millionen Euro von Schalke kassieren, Guido Burgstaller erhielt demnach eine Abfindung von einer Million, ehe er sich dem FC St. Pauli anschloss. Den großen Eklat innerhalb des Kaders konnte der Mannschaftsrat dem Bericht zufolge abwenden.

Pistole auf der Brust

Nach emotionalen Aussprachen hatten die Führungsspieler um Omar Mascarell und Benjamin Stambouli demnach der Gegenseite sozusagen die Pistole auf die Brust gesetzt. Diejenigen Profis, die gegen den Verzicht stimmen, hätten es demnach der Vereinsführung selbst mitteilen müssen. Somit wäre klar gewesen, an welchen Persönlichkeiten die dringend nötige Vereinbarung gescheitert wäre. Das Kalkül ging auf, keiner der Profis wollte gegenüber den Verantwortlichen als Buhmann auftreten. Letztlich erhielt Schalke so die Zustimmung des gesamten Kaders. "Das ist ein wichtiges und starkes Zeichen der Geschlossenheit unseres Teams", lässt sich Schneider zitieren.

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Lars Pollmann  
11.11.2020