Ältester Bundesliga-Spieler

Deshalb verkörpert Hasebe als Libero noch immer internationale Klasse

Makoto Hasebe ist bei Eintracht Frankfurt nicht aus der ersten Elf wegzudenken.
Makoto Hasebe ist bei Eintracht Frankfurt nicht aus der ersten Elf wegzudenken. Foto: Getty Images

Makoto Hasebe ist bei Eintracht Frankfurt noch immer eine kaum zu ersetzende Größe. Der Japaner vereint viele Fähigkeiten, die ihn trotz seiner 36 Jahre auch für andere große Klubs noch interessant machen würden. Als Libero gibt es europaweit wohl kaum einen besseren Spieler.

Als Makoto Hasebe im Sommer 2014 vom 1. FC Nürnberg zu Eintracht Frankfurt wechselte, da galt der Japaner als "Königstransfer". Sechs Jahre später lässt sich festhalten: Der damalige Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Bruno Hübner hatten den richtigen Riecher. 208 Pflichtspiele hat der inzwischen 36 Jahre alte Profi absolviert. Die wichtigste Veränderung fand dabei aber unter Ex-Trainer Niko Kovac statt.

Hasebe zählt seine Stärken auf

Der Kroate kam im Herbst 2016 auf die großartige Idee, das System auf Dreierkette umzustellen und Hasebe als Libero aufzubauen. In 97 Pflichtspielen lief er seitdem unter Kovac und Nachfolger Adi Hütter auf dieser Position auf - und er belebte die schon ausgestorbene Position neu! Auf Nachfrage von fussball.news, was ihn den auszeichne, sagte der Musterprofi: "Meine Stärke ist die Erfahrung. Ich spiele mit Auge und habe viel Übersicht. Weil ich nicht so kopfballstark bin, muss ich mich eine halbe Sekunde früher als mein Gegenspieler bewegen."

Kombination vieler Eigenschaften

Hasebe kombiniert diese Eigenschaften und stellt auf dieser Position weiterhin internationale Klasse dar. Natürlich dauert die Regeneration teilweise etwas länger, jede Partie wird der Defensivspezialist nicht mehr absolvieren können. Doch er ist so unheimlich wichtig für die Eintracht. Da ist seine ordentliche Zweikampfquote von 55,3 Prozent, in Duellen auf dem Boden stellt er sich oft geschickt an, antizipiert rechtzeitig und klärt so, bevor es brenzlig wird.

Starker Ballverteiler

Von elementarer Bedeutung aber ist die Passstatistik, rund 90 Prozent der Bälle kommen bei den Mitspielern an. Hasebe wagt dabei auch das riskante, scharfe Zuspiel durch die Mitte, er agiert als kluger Verteiler, ein echter Dirigent aus der Mitte heraus. Sein Vertreter Martin Hinteregger interpretiert die Rolle etwas robuster, weniger elegant.

Ältester Bundesligaprofi

Doch die Güteklasse von Hasebe, der diese Position perfekt ausfüllt, hat auch der Österreicher in dieser Rolle nicht. Wie lange der aktuell älteste Bundesligaprofi (Claudio Pizarro und Stephan Lichtsteiner haben aufgehört, Oliver Fink ist abgestiegen) noch mitwirken kann? Er selbst lässt es offen, hat noch keine Entscheidung getroffen, ob kommenden Sommer Schluss ist. Bei der Eintracht - das steht fest - wird er auch in dieser Saison als Schlüsselspieler versuchen, internationale Klasse auf das Feld zu bringen.

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Norman Lauer  
09.09.2020