Durchbruch nicht in Sicht

Deshalb sollte Joveljic eine weitere Leihe anstreben

Dejan Joveljic konnte sich bei der SGE noch nicht behaupten.
Dejan Joveljic konnte sich bei der SGE noch nicht behaupten. Foto: Getty Images

Als Dejan Joveljic vor einem Jahr zu Eintracht Frankfurt kam, da waren die Hoffnungen schon des Nachnamens wegen riesengroß. Doch auch zwölf Monate später lässt sich festhalten: Der Serbe benötigt Zeit - und möglicherweise eine weitere Leihe.

Vier Millionen Euro überwies Eintracht Frankfurt für Dejan Joveljic an Roter Stern Belgrad und im Umfeld gab es eine leichte Rechnung: Wessen Nachname so ähnlich klingt, wie der von Luka Jovic, dessen Qualitäten müssen ähnlich hoch sein. Als Joveljic dann in seinem ersten Pflichtspiel gegen Flora Tallinn in der Europa League-Qualifikation auch noch zum 2:1 traf, schien Sportvorstand Fredi Bobic den nächsten Glücksgriff getätigt zu haben.

Joveljic wird jäh gebremst

Rund ein Jahr später warten sowohl die Eintracht als auch Joveljic selbst auf den Durchbruch. Das Leihhalbjahr beim RSC Anderlecht verlief unglücklich, nach fünf Partien (ein Tor) wurde die Liga wegen der Coronavirus-Pandemie unterbrochen, seine Weiterentwicklung jäh gebremst. Im Juni kündigte er dennoch selbstbewusst an, "dass ich in Frankfurt große Spuren hinterlassen werde".

Hütter sieht Joveljic aktuell weit weg

Doch Trainer Adi Hütter hat offenbar eine andere Meinung. Am Mittwoch zählte Joveljic zu den Profis, die auf den Nebenplatz geschickt wurden. Die Konkurrenz mit Bas Dost, Goncalo Paciencia, Andre Silva und offenbar auch Neuzugang Ragnar Ache ist zu groß. Somit lässt sich bereits nach drei Tagen Vorbereitung festhalten: Joveljic wird auch weiterhin kaum Chancen auf Einsätze haben.

Mit 21 Jahren noch Zeit zum Reifen

Eine erneute Leihe ergibt daher Sinn. Mit 21 Jahren hat der Angreifer noch Zeit zu reifen, der Schritt aus der serbischen Hauptstadt in die Bundesliga ist ein großer. Joveljic hat Potenzial, er weiß sich im Strafraum zu bewegen und kann sich auch vor dem Tor behaupten. Doch noch benötigt er Geduld und Aufbauarbeit. Die Konkurrenz in Frankfurt ist dafür aber zu groß, der Kader soll noch verkleinert werden.

Christopher Michel  
19.08.2020