Spielerberater erklärt

Deshalb lahmt der "Corona-Transfermarkt"

Auch die Profis müssen in der Coronakrise Geduld bewahren.
Auch die Profis müssen in der Coronakrise Geduld bewahren. Foto: Getty Images

Während in England und Italien noch Fußball gespielt wird, befinden sich die meisten Vereine der 1. Bundesliga noch im Urlaub. Der bis 5. Oktober geöffnete Transfermarkt kam auch deshalb noch nicht in Wallung. Spielerberater Stefan Backs analysiert die Lage.

Milot Rashica zählt zu den aktuell wohl besten Beispielen dafür, wie anstrengend und zäh sich der "Corona-Transfermarkt" gestalten kann. RB Leipzig bietet rund 15 Millionen Euro für den Kosovaren, Werder Bremen will mindestens 20 Millionen Euro haben. Vor einem halben Jahr noch hätten alle Beobachter gesagt: Einigung wird erzielt. Stefan Backs sagte der Frankfurter Rundschau hingegen: "Dieses Jahr ist alles anders."

Stillstand statt große Hektik

Der Spielerberater erklärte: "Jetzt gibt es großen Stillstand, wo sonst reges Treiben herrscht." Tatsächlich gibt es nur vereinzelte Gerüchte. Die Thematik Kevin Trapp ist beinahe schon die heißeste! Der Torhüter von Eintracht Frankfurt gilt als nicht mehr unverkäuflich, wird deshalb mit Hertha BSC und Real Betis in Verbindung gebracht. Doch so wirklich konkret oder greifbar ist auch dieser Deal nicht.

Viele Vereine haben aufgeblähte Kader

Es handelt sich aber eher um ein Verkaufs- statt um Einkaufsproblem. "Viel Vereine", so Backs weiter, "haben einen aufgeblähten Kader, wollen aber nicht den ersten Schritt machen, weil sie Angst haben, Spieler unter Wert abzugeben." Vor allem die Rückkehr vieler Leihspieler bereitet Probleme, vor dort, wo hochrangiges Personal zurückkehrt. "Alle sind vorsichtig geworden", beobachtete Backs und sieht einige Pokerspiele auf die Klubs zukommen: "Wer jetzt ein erstes Angebot vorschnell ablehnt, bekommt vielleicht kein zweites mehr."

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Christopher Michel  
23.07.2020