0:1 in Dortmund

Derbyniederlage: Was S04-Legende Abramczik "irritiert" hat

Schalke ging als Verlierer vom Feld. Foto: Getty Images
Schalke ging als Verlierer vom Feld. Foto: Getty Images

Der FC Schalke 04 hat das erste Revierderby nach dem Wiederaufstieg am Samstag bei Borussia Dortmund mit 0:1 verloren. Die Königsblauen leisteten gegen den Ball lange erfolgreich Widerstand, wurden selbst aber zu keinem Zeitpunkt sonderlich gefährlich. Klublegende Rüdiger Abramczik fand den Ansatz wohl etwas zu defensiv.

"Die Dortmunder waren für mich nicht so überragend, dass sie eine Chance nach der anderen hatten. Das Spiel war ziemlich ausgeglichen. Es hat mich ein bisschen irritiert, dass wir nach vorn so wenig gemacht haben", erklärt der Ex-Nationalspieler gegenüber den Ruhr Nachrichten. In der offiziellen Statistik waren für die Gäste letztlich drei Torschüsse verzeichnet, BVB-Keeper Alexander Meyer musste aber nicht einmal ernsthaft eingreifen. "Man muss ins Spiel gehen und sagen, wir können auch Dortmund schlagen, da die ja auch am Mittwoch noch gespielt haben", fordert Abramczik, der für beide Klubs aktiv war, aber dessen Herz heute eindeutig für Schalke schlägt.

"Wir haben im Mittelfeld zu wenig Druck gemacht"

Der 66-Jährige hätte sich nicht nur in der taktischen Ausrichtung, sondern auch beim Personal mehr Mut gewünscht. "Wir haben im Mittelfeld zu wenig Druck gemacht. Vielleicht hätte Rodrigo Zalazar, wenn er eher gekommen wäre als für die letzten 10 Minuten, noch etwas unternommen. Ich habe gemerkt, den haben sie sofort drei, viermal gefoult und wollten ihn aus dem Spiel nehmen", sagt Abramczik. Der geborene Gelsenkirchener macht keinen Hehl daraus, dass Zalazar einer seiner persönlichen Lieblingsspieler ist.

"Warum spielt der nicht?"

Das sei aber nicht maßgeblich für seine Einschätzung zum Derby. "Als er reinkam war sofort ein bisschen mehr Zug im Spiel. Jeder mit dem ich rede sagt, warum spielt der nicht? Das ist auch meine Meinung. Warum soll ich den auf der Bank sitzen lassen?" Tatsächlich kam Zalazar unmittelbar nach dem Gegentor durch Youssoufa Moukoko aufs Feld. Den Treffer hätte aus Sicht von Abramczik Torwart Alexander Schwolow mit entschlossenem Vorgehen bei der Flanke von der Seite vermeiden können. "Vielleicht hat er nicht den Mut zurzeit", mutmaßt die Klublegende. Schwolow hatte zum Saisonstart einige Male unglücklich bei hohen Bällen agiert und so Gegentore mitverschuldet.

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Lars Pollmann  
20.09.2022