Pleite in Gladbach

Kehl angefressen: BVB wird "ein paar unruhige Wochen" erleben

Sebastian Kehl kann den Dortmunder Leistungsabfall nicht erklären. Foto: Getty Images.
Sebastian Kehl kann den Dortmunder Leistungsabfall nicht erklären. Foto: Getty Images.

Borussia Dortmund hat das letzte Bundesligaspiel des Kalenderjahres 2022 gegen Borussia Mönchengladbach verloren. Sportdirektor Sebastian Kehl irritierte das unzureichende Abwehrverhalten und kündigte "unruhige Wochen" an. 

Die finale englische Woche vor der Weltmeisterschaft fiel nicht nach dem Geschmack von Borussia Dortmund aus. Die Westfalen gewannen am vergangenen Wochenende zwar mit 3:0 gegen den VfL Bochum, am Dienstag gab es jedoch ein 0:2 gegen den VfL Wolfsburg und am Freitagabend ein 2:4 gegen Borussia Mönchengladbach.

BVB kommt fast zurück - und verliert doch

Einerseits wusste der BVB wie in Wolfsburg einige Torchancen nicht zu nutzen, andererseits gelang Gladbach viel zu häufig über das Zentrum der Durchbruch, und viel zu häufig durften Marcus Thuram & Co. alleine auf Gregor Kobel zulaufen. Insbesondere störte sich Sebastian Kehl gegenüber den Ruhr Nachrichten an der Tatsache, dass die Mannschaft noch vor dem Pausenpfiff von 1:3 auf 2:3 verkürzt hat und den Ausgleich hätte erzielen können, wenn Jan Olschowsky im Tor der Fohlen keinen Sahnetag erwischt hätte. Doch wenige Sekunden nach dem Wiederbeginn fiel das 2:4, das die schwarz-gelbe Borussia aus dem Tritt brachte.

Kehl: "...dann gehen wir so raus und schenken es her"

"Man geht in die Halbzeit, man hat eigentlich das Gefühl, dass man wieder dran ist. Und dann dauert es 40 Sekunden, um das vierte Gegentor zu kriegen", ärgerte sich Kehl gegenüber der Regionalzeitung. "Wir lassen viel zu viel zu. Wir ermöglichen dem Gegner Kontermöglichkeiten ohne Ende und machen uns das Leben damit extrem schwer", ergänzte der Sportdirektor, dem der erneut rätselhafte Auftritt sauer aufstieß: "Man hatte auch das Gefühl, jeder weiß, dass wir dieses Spiel heute noch drehen können. Und dann gehen wir so raus und schenken es her. Da fehlt mir, ehrlich gesagt, auch gerade der Ansatz, weil: Das ist nicht zu erklären."

"Wir werden das natürlich intern schonungslos analysieren"

Während einige Dortmunder Fans in Anbetracht der jüngsten Leistungen froh über die WM-Pause sein dürften, sind auf der Geschäftsstelle ungemütliche Tage zwischen den Jahren zu erwarten. "Dass uns das jetzt ein paar unruhige Wochen bescheren wird, ist auch klar", sagte Kehl, der betonte: "Wir werden das natürlich intern schonungslos analysieren, wir werden die Zeit nutzen, um Dinge, mit den Spielern, die da sind, zu besprechen. Und dann werden wir hoffentlich mit dem ein oder anderen Spieler, der zurückkommt, neue Optionen schaffen."

Florian Bajus  
12.11.2022