Engländer dominieren weiter

Deadline Day 2022: Das waren die wichtigsten Transfers

Aubameyang spielt jetzt für statt gegen Chelsea. Foto: Getty Images
Aubameyang spielt jetzt für statt gegen Chelsea. Foto: Getty Images

Um Mitternacht war endgültig Schluss: Die Sommertransferperiode in den wichtigsten europäischen Ligen ist beendet. Am Deadline Day konnten die Klubs der Bundesliga bis 18:00 Uhr letzte Deals einfädeln, im Ausland ging noch einige Stunden länger etwas. Entscheidend ist dabei im Zweifel, ob die Verpflichtungen rechtzeitig im FIFA Transfer Matching System registriert wurden.

So ist durchaus möglich, dass am Freitag noch einzelne Abschlüsse bekannt werden. In den meisten Fällen dürften es die Vereine aber geschafft haben, ihre Deals noch am Deadline Day selbst zu veröffentlichen. Besonders fleißig waren dabei wie im gesamten Sommer die Klubs aus der englischen Premier League, deren Vormachtstellung auf dem Transfermarkt sich klar zementiert hat. Aber auch mancher Bundesligist hat zu später Stunde noch zugeschlagen. fussball.news liefert einen Überblick über die wichtigsten Deals am Deadline Day.

Akanji zu ManCity, Weigl zurück in Deutschland

Der größte Transfer mit deutscher Beteiligung lief am Deadline Day zwischen Borussia Dortmund und Manchester City ab. Für Manuel Akanji kann der BVB insgesamt laut Medienberichten wohl bis zu 23 Millionen Euro Ablöse kassieren. Reinvestiert haben die Schwarzgelben diese Summe nicht.

 

Dafür geben sich ehemalige Dortmunder wieder hierzulande die Ehre: Julian Weigl ist von Benfica an Borussia Mönchengladbach ausgeliehen, Abdou Diallo hat sich ebenfalls zunächst für ein Jahr von Paris Saint-Germain an RB Leipzig ausleihen lassen.

Dass Leihen für die Bundesliga-Klubs am Deadline Day im Trend lagen, zeigt auch das Beispiel von Serhou Guirassy, der von Stade Rennes kommend beim VfB Stuttgart Sasa Kalajdzic ersetzen soll.

Auch in der anderen Richtung waren am Donnerstag zahlreiche Leihen zu beobachten. Unter anderem hat der FC Schalke 04 Top-Verdiener Amine Harit erneut bei Olympique Marseille geparkt, Gladbach Jordan Beyer an den FC Burnley abgegeben und ist Hertha BSC Krzystof Piatek auf den letzten Drücker noch 'losgeworden', für ihn geht es bei Salernitana Calcio in Italien weiter.

Außerdem erwähnenswert: Schalke holt den türkischen Nationalspieler Kenan Karaman ablösefrei von Besiktas, während sich Eintracht Frankfurt mit Ajdin Hrustic von einem weiteren Europa-League-Helden trennt, ihn zieht es zu Hellas Verona.

Der 1.FC Köln dürfte derweil am Freitag mit einiger Verzögerung den letzten Transfer perfekt machen: Bei Nikola Soldo von Lokomotiva Zagreb fehlten am Deadline Day selbst noch letzte Formalitäten, der Abwehrmann und Sohn von Ex-Coach Zvonimir Soldo hat aber laut Medienberichten rechtzeitig unterschrieben.

Chelsea-Hattrick in England

Während also in Deutschland eher vorsichtig agiert wurde, haben die englischen Klubs ihre finanziellen Muskeln durchaus spielen lassen. Besonders der FC Chelsea hat sich weiter in Einkaufslust präsentiert.

Mit Pierre-Emerick Aubameyang vom FC Barcelona bekommt Thomas Tuchel den erhofften Stürmer, den er sogar schon vom BVB kennt. Zudem haben sich die Blues etwas überraschend Denis Zakaria von Juventus geliehen. Den Hattrick machte am Donnerstag ein Abgang perfekt: Billy Gilmour wurde für über 10 Millionen Euro an Brighton and Hove Albion verkauft. Zudem haben die Blues den Vertrag von Marcos Alonso in beidseitigem Einvernehmen aufgelöst, womit der Spanier noch beim FC Barcelona unterkommen dürfte.

 

Wie Chelsea wurde auch der FC Liverpool auf der Suche nach Verstärkungen fürs Mittelfeld in Turin fündig. Mir Arthur Melo kommt ein Brasilianer auf Leihbasis, der wohl als Backup für Thiago Alcantara eingeplant sein dürfte.

Spannende Transfers gab es aber nicht bloß bei den Top-Klubs. Zum Beispiel hat sich Aston Villa bei den Wolverhampton Wanderers bedient und Leander Dendoncker gekauft, während Wout Faes von Stade Reims bei Leicester City den Rekord-Abgang Wesley Fofana ersetzen soll. Leeds United hat sich derweil mit Wilfried Gnonto ein Wunderkind des italienischen Fußballs geleistet, das vom FC Zürich in der Schweiz kommt.

Barca bleibt aktiv

In Spanien hat vor allem der FC Barcelona am Deadline Day für Aktivität gesorgt. Neben Aubameyang haben die Katalanen unter anderem auch Martin Braithwaite (an Espanyol) und Sergino Dest (per Leihe zur AC Mailand) von der Gehaltsliste gestrichen. Die Planstelle hinten rechts schließt dafür Hector Bellerin, der vom FC Arsenal ablösefrei kommt.

Ansonsten verlief der Deadline Day in Spanien vergleichsweise unspektakulär, was jedenfalls die Top-Klubs angeht. Immerhin aber hat Real Sociedad mit Umar Sadiq von UD Almeria einen neuen Rekordeinkauf präsentiert, der Alexander Isak nach Abgang zu Newcastle United ersetzen soll.

Beachtlich war daneben auch der Verkauf von Carlos Soler seitens des FC Valencia an PSG.

Draxler und Brooks zu Benfica, Inter holt Acerbi

Der französische Nobelklub hat den Transferschluss ansonsten vor allem dafür genutzt, seinen Kader zu verkleinern. Neben Idrissa Gueye (zum FC Everton) oder Layvin Kurzawa (zum FC Fulham) hat auch Weltmeister Julian Draxler Paris verlassen. Der Offensivspieler hat sich Roger Schmidt bei Benfica angeschlossen. Dort trifft er mit John Anthony Brooks auf einen anderen ehemaligen Wolfsburger, wobei der US-Amerikaner zuletzt vereinslos war.

 

Für Aufsehen sorgte ansonsten in Frankreich ein Spielertausch zwischen Stade Rennes und OGC Nizza: Amine Gouiri wechselte für 28 Millionen Euro nach Rennes, von wo Gaetan Laborde als Nachfolger kam und dabei 15 Millionen Euro veranschlagte.

In Italien verlief der Deadline Day derweil recht beschaulich. Milan hat neben Dest auch Aster Vranckx vom VfL Wolfsburg geliehen, Stadtrivale Inter Mailand hat die Lücke in der Abwehrzentrale wie erwartet mit Francesco Acerbi geschlossen, den Trainer Simone Inzaghi schon bei Lazio gecoacht hat.

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Lars Pollmann  
02.09.2022