LianSports, SportsTotal und Co.

Die 4 einflussreichsten Berateragenturen auf dem deutschen Markt

Kai Havertz ist nur einer von vielen Profis, die in einer großen Agentur unter Vertrag stehen.
Kai Havertz ist nur einer von vielen Profis, die in einer großen Agentur unter Vertrag stehen. Foto: Getty Images

Sie gehören zum Fußball-Business dazu - und ohne sie macht ein Profi kaum einen Schritt: die Berateragenturen. Wenn das große Geld in Form eines Transfers oder einer Vertragsverlängerung winkt, werden sie wichtig.

Leroy Sane, Miralem Pjanic, Luka Jovic, Ante Rebic oder Filip Kostic - es sind nur fünf von etlichen Stars, die von Fali Ramadanis Agentur LIAN Sports betreut werden. Mario Götze hat sich nun auch dem bestens vernetzten und durchaus auch in aller Härte verhandelnden Ramadani angeschlossen. Wenn es um komplizierte Deals mit Weiterverkaufsbeteiligungen und Ausstiegsklauseln geht, ist der Mazedonier und sein Team nicht weit entfernt. Wer von Klub-Seite  womöglich ein ungutes Gefühl in Verhandlungen mit LIAN Sports bekommt, der wird sich dann doch umstimmen lassen, denn: Die Qualität der Spieler, die LIAN Sports angehören, lässt Vereinen keine Chance, Ramadani die Tür zu verschließen.

Struth als Topberater

Als besonders sauber und fair agierende Agentur gilt SportsTotal. Volker Struth ist Topberater und sehr angesehen in der Branche. Sein Portfolio an Profis ist hochattraktiv: Toni Kroos von Real Madrid, der heiß umworbene Dayot Upamecano von RB Leipzig, Marco Reus von Borussia Dortmund oder Niklas Süle vom FC Bayern - der im August von Karlheinz Förster zu Struth wechselte - lauten die prominentesten Namen. Wenn Real Madrid, der FC Bayern München oder FC Barcelona anklopfen, ist Struth nicht weit entfernt. Seine internationale Vernetzung, gerade in Spanien, gilt als Faustpfand.

Havertz-Wechsel von Delonga eingefädelt

Der dritte Player auf dem Markt lautet: Daniel Delonga. Er betreut mit seiner Spielerrat GmbH ebenfalls namhafte Spieler. Kai Havertz etwa, der Bayer Leverkusen für 100 Millionen Euro zum FC Chelsea verlassen hat, wird von Delonga beraten, Serge Gnabry vom FC Bayern München ist das zweite Aushängeschild. Teile der Spielerrat GmbH haben einst beim Großkonzern Adidas das Vermarktungs- und Vernetzunghandwerk gelernt, die Kontakte des Beraterteams  gelten als ausgezeichnet.

Zahavi verärgert den FC Bayern

Eine "Ein-Mann-Agentur" bildet hingegen Pini Zahavi. Eigentlich hatte sich der Israeli vor einigen Jahren schon zurückgezogen, doch inzwischen mischt der angeblich "geldgierige Piranha", wie ihn Ehrenpräsident Uli Hoeneß wütend bezeichnete, wieder groß im Fußball-Business mit. Topstürmer Robert Lewandowski, Nationaltorhüter Kevin Trapp oder jetzt Bayern-Verteidiger David Alaba: Zahavi wird geholt, um die ganz großen Deals einzutüten, so wie er es einst mit Rio Ferdinand (Manchester United) und Neymar (Paris Saint-Germain) tat.

Raiola und Mendes sind die ganz großen Namen

Doch warum nehmen die Superstars diese Wechsel vor? Im Gegensatz zu kleineren Beratern sind die Agenturen sehr gut vernetzt. Sie verhandeln neutral, knicken auch nicht vor den großen Managern wie Michael Zorc, Hasan Salihamidzic oder Max Eberl ein und befinden sich in keiner Abhängigkeit zu Funktionären von deutschen Klubs. Doch deutsche Klubs können auf aufatmen: Ob Delonga, Ramadani oder Zahavi: An die international ganz großen Namen Mino Raiola (Paul Pogba) und Jorge Mendes (Cristiano Ronaldo) reichen sie mit ihren Kontakten und beim Aushandeln von lukrativen Verträgen noch nicht heran.

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Christopher Michel  
16.09.2020