FC Bayern contra BVB

Das sagt Matthäus zum Krach zwischen Hoeneß und Zorc

Lothar Matthaeus (M.) ueber die Aussagen von Uli Hoeneß (l.) und Michael Zorc.
Lothar Matthaeus (M.) ueber die Aussagen von Uli Hoeneß (l.) und Michael Zorc. (Fotos: Ronny Hartmann/AFP; Alexandra Beier, Frederic Scheidemann/Bongarts/Getty Images) (Collage: Tom Jacob)

Nachdem der Ehrenpräsident des FC Bayern München Uli Hoeneß giftige Pfeile in Sachen "unklugen" Personalumgang in Richtung Borussia Dortmund verschoss und BVB-Sportdirektor Michael Zorc mit den Worten "arrogant" und "falsch" antwortete, hat sich nun Experte Lothar Matthäus zu Wort gemeldet und versucht zu beschwichtigen. 

Was war zunächst passiert? Hoeneß hatte den Bossen von Borussia Dortmund vorgeworfen "unklug" im Umgang mit den Transfers zu agieren. Statt die Stars von morgen lange zu binden und den Verein damit zu stärken, behandle der BVB seine Spieler als "Verkaufsobjekt". Demnach könne bei den Schwarz-Gelben kein "Mia-san-mia"-Gefühl aufkommen wie beim FC Bayern München. Zorc antwortet unter anderem empört: "Wenn man jedes Jahr 250 Millionen Euro mehr in der Tasche hat, lässt es sich mit vollen Hosen gut stinken."

"Bayern haben Mia-san-mia im Kragen stehen"

Matthäus versteht die Worte von Hoeneß und kennt zudem das Bayern-Gen. "Zu einem Großteil gibt es für die FCB-Stars kaum etwas Größeres als bei diesem Klub zu sein. Vielleicht möchte da mal einer noch für Real Madrid spielen, oder im Old Trafford auflaufen oder mit Messi zaubern. Aber im Grunde gibt es für sie nur ganz wenige Dinge, die geiler sind, als Mia-san-mia im Kragen stehen zu haben", schrieb der Weltmeister von 1990 in seiner Kolumne bei Sky.

"Für Dortmund okay, zweiter zu werden"

Dortmund gilt dagegen bei einigen Youngstern nur als Durchgangs-Station oder als Sprungbrett zu noch größeren Klubs. Laut Matthäus sind das nicht die besten Vorraussetzungen um große Titel einzuheimsen. "Die Bayern wollen eben jedes Jahr die Champions League gewinnen und für Dortmund ist es okay, wenn sie alle paar Jahre mal den DFB-Pokal holen und zweiter werden. Das ist keine Kritik und wir können froh sein, dass wir in Deutschland eine solche zweite Kraft haben. Aber die Nummer eins wird man mit Ausstiegsklauseln für die besten Spieler nicht werden", so der 59-Jährige.

"BVB hat unglaublich gute Arbeit geleistet"

Dennoch spricht Matthäus Borussia Dortmund ein Lob für die Arbeit der vergangenen Jahre aus, in denen das geschafft wurde, was der BVB heute ist. "Ich kann Uli Hoeneß verstehen, sehe aber auch, dass das nicht von heute auf morgen in Dortmund zu ändern ist. Und klar ist auch: Mit den Möglichkeiten, die der BVB vor zehn Jahren hatte, haben sie unglaublich gut gearbeitet."

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Tom Jacob  
03.08.2020