Schiedsrichter beim 3:4

"Das ist MEINE Entscheidung": Ittrich erklärt Werder-Szenen

Ittrich hatte in einem turbulenten Spiel alles im Griff. Foto: Getty Images
Ittrich hatte in einem turbulenten Spiel alles im Griff. Foto: Getty Images

Der Videobeweis in der Bundesliga hat kürzlich Jubiläum gefeiert. Was einst den Fußball gerechter machen sollte, ist heute für viele Fans und Protagonisten eher Quell der Ärgernis. Ein großer Vorwurf bezieht sich auf die Undurchsichtigkeit des Vorgangs, wenn eine Szene überprüft wird oder auch nicht. Es würde sicher helfen, wären alle Schiedsrichter so offen in ihrer Kommunikation wie Patrick Ittrich.

Der Unparteiische hatte am Sonntag die Spielleitung des rasanten 3:4 von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt inne. Dabei kam es auch zur ein oder anderen kniffligen Szene für die Schiedsrichter. Die hat Ittrich über seinen Instagram-Kanal nochmal beleuchtet und nimmt so immerhin rund 21 000 Follower mit. Der größte Aufreger aus Werder-Sicht ereignete sich dabei kurz vor der Halbzeitpause. Niclas Füllkrug köpfte beim Stand von 2:2 über das Tor, beschwerte sich anschließend vehement über ein Stoßen von Frankfurt-Verteidiger Tuta. Umso größer war der Ärger, weil Jesper Lindström kurz darauf den Führungstreffer für die Hessen markierte.

Füllkrug? "Hürde für einen VAR-Eingriff viel zu hoch"

"Ich habe aus meiner Position gesehen, dass es eine Berührung und ein leichtes Halten gab, was nicht ursächlich für das Fallmuster war. Dementsprechend nicht ausreichend für einen Strafstoß", schreibt Ittrich. Vom 'Kölner Keller' hätte er sich in der Szene nicht umstimmen lassen, das war aber auch gar nicht angezeigt. "Das ist MEINE Entscheidung und die Hürde für einen VAR-Eingriff ist viel zu hoch", schätzt Ittrich die Situation ein. Anders verhielt es sich in den Schlussminuten der Partie, als es nach Videobeweis einen Strafstoß für Werder gab.

"Da hilft der VAR!"

Evan Ndicka hatte Marvin Ducksch getroffen, was auch der Referee erkannte. Aber die Intensität des Kontakts war in der Live-Szene nicht offensichtlich. "Ich habe eine Berührung erkannt, war mir aber nicht zu 100 Prozent sicher. Da hilft der VAR! Die Bilder zeigten dann klar, dass der Tritt unter den Schuh ursächlich für den Fall war", legt Ittrich dar, warum er dem Aufsteiger einen Elfmeter zusprach. Würden alle Schiedsrichter so gut kommunizieren wie der Hamburger, wäre die Akzeptanz für den Videobeweis vermutlich höher. Für seine Spielleitung in Bremen bekam Ittrich vom Fachmagazin kicker übrigens die Note 2.

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
31.08.2022