Als Kind 14 Monate in Burkina Faso

"Das hat mich geprägt": Was Mbom in Afrika lernte

Mbom spielt stets mit großer Körperlichkeit. Foto: Adam Pretty/Getty Images
Mbom spielt stets mit großer Körperlichkeit. Foto: Adam Pretty/Getty Images

Jean Manuel Mbom schreibt bei Werder Bremen in der noch jungen Saison die größte Erfolgsgeschichte. Der 20-Jährige hat sich im Mittelfeld der Hanseaten festgespielt und gerade auch seine ersten beiden U21-Länderspiele absolviert. Seine aggressive Spielweise lernte er in Burkina Faso.

Dabei ist der Sohn einer Deutschen und eines Kameruners in Niedersachsen geboren. Der Vater ging jedoch mit der Familie in der Kindheit des Werder-Profis als Entwicklungshelfer für 14 Monate in das westafrikanische Land. Mbom war fünf Jahre alt und machte wichtige Erfahrungen im Straßenfußball. "Es gab keine Tore, wir haben Flaschen als Pfosten aufgestellt. Statt in unterschiedlichen Trikots spielte eine Mannschaft mit Shirts, die andere mit nacktem Oberkörper", erinnert er gegenüber Sport Bild. Fußballschuhe trugen die Kids nicht, stattdessen Badelatschen.

"In Afrika geht es härter zur Sache"

"Das hat mich geprägt", sagt Mbom im Rückblick. Trotz seiner damaligen Jugend eignete sich der Allrounder gemäß eigener Aussage in der Zeit in Burkina Faso einen Spielstil an, der ihn bis heute begleitet. "In Afrika geht es härter zur Sache, man will immer den Ball gewinnen. Diese aggressive Spielart habe ich mitgenommen." Werder tut Mbom damit aktuell sehr gut, wenngleich er bisweilen noch zu ungestüm ist. Auf Leihstation beim KFC Uerdingen war er in der Vorsaison schon dreimal gesperrt (zwei Gelb-Rote), aktuell steht der 20-Jährige nach sechs Einsätzen auch bereits bei vier Gelben Karten. "Den Rekord von Klaus Gjasula breche ich aber nicht", verspricht das Eigengewächs von Werder Bremen.

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Lars Pollmann  
18.11.2020