Falsches System?

Darum fühlt sich De Ligt bei Bayern wohler als für Oranje

De Ligt hatte manche Probleme mit der senegalesischen Offensive. Foto: Getty Images
De Ligt hatte manche Probleme mit der senegalesischen Offensive. Foto: Getty Images

Die Niederlande haben bei der WM in Katar einen mühsamen Auftaktsieg gegen Afrika-Meister Senegal erzielt. Späte Tore sicherten der Elftal einen 2:0-Erfolg, nach dem es lange Zeit nicht aussah. Matthijs de Ligt ließ als rechtes Glied einer Dreierkette die Souveränität, die ihm beim FC Bayern auszeichnet, bisweilen vermissen.

Im Zusammenspiel mit Flügelverteidiger Denzel Dumfries, der seine Position gewohnt offensiv interpretierte, riss so manche Lücke, in die Ismaila Sarr als Linksaußen des Senegal immer wieder gefährlich reinstach. Nach der Partie gab De Ligt zu, dass ihm die systematische Umstellung im Vergleich zum Alltag beim FC Bayern noch Probleme bereitet. "Normalerweise spiele ich in der Viererkette und für mich ist das eine neue Rolle. Das ist ein bisschen schwierig am Anfang. Aber wir haben heute zu Null gespielt und das ist das Wichtigste", so der Sommereinkauf gegenüber dem TV-Sender Sky.

"Für mich ist das besser"

De Ligt verhehlt dabei auch nicht, dass ihm die Spielweise in München unter Julian Nagelsmann besser liegt als mit Oranje unter Louis van Gaal. "Ich glaube, ich habe immer in der Viererkette gespielt, für mich ist das besser. Aber jetzt muss ich diese andere Rolle spielen." Abwehrchef der Niederlande ist Virgil van Dijk, zudem setzt van Gaal auf den Linksfuß Nathan Ake. De Ligt musste dem Vernehmen nach vor dem WM-Auftakt den Angriff von Jurrien Timber auf seinen Stammplatz abwehren.

"Natürlich nicht froh, dass Mane nicht gespielt hat"

Im Duell mit dem Senegal ging der Bayern-Star derweil dem Klubduell mit Sadio Mane aus dem Weg, weil der Superstar der Westafrikaner die WM verletzt verpasst. "Ich bin natürlich nicht froh, dass er heute nicht gespielt hat. Sadio ist ein guter Mensch. Aber Senegal hat auch ohne ihn eine gute Mannschaft und sehr viel Geschwindigkeit in der Offensive." Mit der hatten De Ligt und Co. bisweilen ihre Mühen, auch wenn dem Gegner letztlich etwas die Durchschlagskraft fehlte.

"Niederlande gegen Deutschland ist für uns immer schwierig"

Zu Begegnungen mit anderen Bayern-Profis könnte es für den Innenverteidiger im weiteren Turnierverlauf durchaus noch kommen, besonders brisant wäre dabei natürlich das Nachbarschaftsduell mit Deutschland. "Sie haben vorne sehr viele Spieler von unserer Mannschaft. Deutschland ist immer stark. Niederlande gegen Deutschland ist für uns immer schwierig. Das wäre ein schönes Finale, aber wir müssen von Spiel zu Spiel schauen."

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Lars Pollmann  
22.11.2022