2. Bundesliga

Roundup: Darmstadt äußerst souverän, Paderborn gewinnt Verfolgerduell

Darmstadt war am Freitag in Sandhausen gefordert. Foto: Getty Images
Darmstadt war am Freitag in Sandhausen gefordert. Foto: Getty Images

In den Freitagspartien des 19. Spieltags der 2. Bundesliga hat Tabellenführer SV Darmstadt beim SV Sandhausen einen klaren Auswärtssieg geholt (0:4). Im Parallelspiel setzte sich der SC Paderborn im Verfolgerduell gegen Fortuna Düsseldorf ebenfalls deutlich durch (4:1).

In Sandhausen stellte Spitzenreiter Darmstadt die Weichen früh auf einen Auswärtssieg: Bereits in der Anfangsphase nutzten die Lilien ihre erste Chance zur Führung. Bei einer Ecke durch Fabian Schnellhardt von rechts nickte Mathias Honsak aus derart kurzer Distanz ein, dass sich Heimtorwart Patrick Drewes wohl die Frage gefallen lassen muss, ob er sich die Flanke nicht hätte schnappen müssen (6.). Sandhausen antwortete beinahe prompt, Alexander Esswein verfehlte den Ausgleich nach Vorarbeit von Kerem Calhanoglu nur um wenige Zentimeter (8.). Auch davon abgesehen fiel die Reaktion der Gastgeber gut aus, eine Flanke von Christian Kinsombi touchierte etwa von oben die Latte (14.). Darmstadt löste sich aus dieser Lage jedoch, wie das Spitzenmannschaften tun.

Phillip Tietz setzte sich nach Steilpass halbrechts robust durch und steckte auf Honsak durch, der im Fallen mit links souverän zum 0:2 abschließen konnte (25.). Erneut ließ sich der SVS nicht beeindrucken und hatte in Person von Raphael Framberger die Gelegenheit auf ein eigenes Tor, das Christoph Zimmermann auf der Linie verhinderte (32.). Kurz vor der Pause musste auch Marcel Schuhen sein Können beweisen, als er einen Flachschuss von David Kinsombi entschärfte (43.). Die Führung für Darmstadt nach 45 Minuten ging in Ordnung, Sandhausen hätte aber durchaus auch einen Treffer verdient gehabt.

Infolge des Seitenwechsels machte Darmstadt nach eher schleppendem Beginn den sprichwörtlichen Deckel aufs Spiel. Nach langem Schlag von Fabian Holland verteilte Tietz clever auf Oscar Vilhelmsson, der im Duell mit Framberger stabil blieb und zum 0:3 einschob (54.). Damit war nur noch die Höhe des Auswärts- und Favoritensiegs zu bestimmen. Honsak zum Beispiel hätte per Schlenzer den Hattrick perfekt machen können (60.). Doch auch Sandhausen warf die Flinte nicht ins Korn und hatte zumindest den Ehrentreffer vor Augen; Framberger scheiterte mit einem Schuss nach Ecke an einem Top-Reflex von Schuhen, nach dem die Kugel auf der Linie von einem Abwehrbein weggeschlagen wurde (64.). 

Naturgemäß verlor die Partie durch das klare Ergebnis etwas an Schwung, Sandhausen zuckte in der Schlussphase aber weiter. Auch ein Volley von Hamadi Al Ghaddioui wollte jedoch nicht ins Netz gehen (80.), die Chancenverwertung des SVS ließ wirklich zu wünschen übrig. Anders Darmstadt, das kurz vor Ende der regulären Spielzeit nochmal nachlegte. Erneut leitete Tietz ein, Joker Emir Karic scheiterte mit rechts an Drewes, verwertete den Nachschuss mit links selbst zum 0:4 (89.).

Der Auswärtssieg war natürlich verdient, fiel aber wohl etwas zu hoch aus. Der SV Darmstadt festigt dadurch seine Tabellenführung, wartet auf die Ergebnisse der Konkurrenz und kann sich für das Derby im DFB-Pokal bei Eintracht Frankfurt am Dienstag gerüstet fühlen. Der SV Sandhausen könnte indes am restlichen Spieltag von Tabellenplatz 13 noch weiter abrutschen. 

Wilde zweite Hälfte in Paderborn

In Ostwestfalen trafen mit dem SC Paderborn und Fortuna Düsseldorf zwei der Verfolger von Darmstadt aufeinander. Die Hausherren erweckten dabei nicht den Eindruck, von der Belastung und Enttäuschung der Pokalniederlage gegen den VfB Stuttgart am Dienstag sonderlich angefasst zu sein. Der SCP hatte in den ersten Minuten optisch mehr vom Spiel, ohne allerdings zu glasklaren Chancen zu kommen. Die beste Annäherung verzeichnete Julian Justvan, dessen abgefälschter Schuss über die Latte zischte (16.). Nach etwa einer halben Stunde nahm das Spiel an Tempo zu und gab es binnen weniger Augenblicke mehrere Einschussmöglichkeiten. Zunächst verpasste Rouwen Hennings für Düsseldorf per Absatzkick (28.), dann setzte Ao Tanaka einen Gewaltschuss zu zentral an (30.). Für Paderborn feuerte Marvin Pieringer ab, sein Schuss wurde so abgefälscht, dass Florian Kastenmeier beinahe kalt erwischt wurde (32.). 

Fünf Minuten später war der Bann dann gebrochen: Paderborn kombinierte sich durchs Zentrum nach rechts in den Rücken der Fortuna-Abwehr, von dort gab Florent Muslija in die Mitte. Pieringer hatte den richtigen Riecher, war am ersten Pfosten zur Stelle und spitzelte ins Netz (37.). Die Ostwestfalen legten kurz vor Halbzeitpfiff zweimal beinahe nach: Erst hätte Jordy de Wijs bei einer Abwehraktion fast ins eigene Tor getroffen (45.), dann hatte Kastenmeier bei einem Aufsetzer von Muslija seine liebe Müh und Not (45.+2). Dank des Übergewichts bei hochwertigen Chancen hatte sich Paderborn die Halbzeitführung durchaus verdient, für Düsseldorf war zur Pause aber noch nichts verloren.

In Halbzeit zwei hätten die Gastgeber fast umgehend das 2:0 erzielt, ein Schuss von Pieringer wurde vor dem Einschlag zur Ecke abgefälscht (47.). Auch Fortuna kam gut aus der Kabine und erspielte sich einige Eckstöße. Einer davon wäre um ein Haar zum Bumerang geworden, weil Sirlord Conteh im Eiltempo konterte und Kastenmeier zu einer Parade zwang (52.). Insgesamt aber wirkte Düsseldorf nun dominant. In dieser Druckphase entschied Schiedsrichter Tobias Reichel nach Grätsche von Justvan gegen Michal Karbownik auf Strafstoß, Hennings versenkte zielgenau ins rechte untere Eck zum 1:1 (59.).

Der SCP konnte aber annähernd postwendend antworten. Nach einem abgeblockten Freistoß von Justvan zog Pieringer ab, sein Schuss wurde an die Latte abgefälscht. Der Ball sprang nur kurz ab und konnte so von Jannis Heuer zum 2:1 abgestaubt werden (62.). Paderborn bekam kurz darauf die Chance, davonzuziehen: Wieder trafen sich Justvan und Karbownik im Strafraum, diesmal in der Box der Düsseldorfer. Der Pole wollte den Ball schlagen, trat aber in die Wade von Justvan. Den fälligen Elfmeter verwandelte Muslija etwas weniger souverän als Hennings, das 3:1 hatte dennoch Bestand (68.). 

Der Doppelschlag zeigte Wirkung auf Düsseldorf, das keine rasche Antwort fand. Stattdessen spielte Paderborn mit viel frischem Offensivpersonal auf die endgültige Entscheidung und schaffte die auch: Sebastian Klaas wurde auf links freigespielt und setzte den ebenfalls eingewechselten Robert Leipertz ein, der mit dem Treffer zum 4:1 alle Unklarheiten beseitigte (81.). Damit war der Widerstand der Gäste endgültig gebrochen, das Spiel trudelte weitgehend aus.

Der SC Paderborn springt durch den letztlich klaren und verdienten Sieg im Verfolgerduell vorläufig auf Tabellenplatz vier, Fortuna Düsseldorf als sechster hat drei Punkte weniger auf dem Konto.

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Lars Pollmann  
03.02.2023