Hertha-Coach wollte von Anfang an nur bis Saisonende übernehmen

Dardai verrät: Vertrag läuft nicht bis 2022

Pal Dardai hat Hertha BSC zum Klassenerhalt geführt. Foto: Imago.
Pal Dardai hat Hertha BSC zum Klassenerhalt geführt. Foto: Imago.

Als Pal Dardai im Januar erneut die Profis von Hertha BSC übernommen hat, wurde verkündet, dass sein Vertrag bis Sommer 2022 gültig wäre. Wie der Ungar nun verraten hat, entspricht das aber nicht der Wahrheit.

Nach der Trennung von Bruno Labbadia im Januar wurde Pal Dardai wie einst im Februar 2015 aus dem Nachwuchs von Hertha BSC zu den Profis hochgezogen. Im Rahmen dessen wurde vermeldet, dass der Vertrag bis 2022 laufe, die Zukunft des Ungarn nach Saisonende aber erneut besprochen werde. Wie die Berliner Zeitung berichtet, habe Dardai allerdings nur bis Saisonende zugesagt, die Laufzeit bis 2022 sei ein psychologischer Trick gewesen: "Ich habe gesagt, okay, ich mach es. Aber ich gehe nicht in die Kabine und sage den Jungs, dass ich nur für dreieinhalb Monate hier bin. Dann fressen die mich auf", wird der 45-Jährige zitiert.

"Hätten vielleicht drei Punkte weniger geholt"

Im Vergleich mit Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt erläuterte er: "Wir haben diese Saison gesehen, was passiert, wenn Trainer während der Saison bekannt gegeben haben, dass sie bald weg sind. Der Punktedurchschnitt ist gesunken." Im Februar verkündete Gladbach den Wechsel von Marco Rose zu Borussia Dortmund, zwei Monate später wurde bekannt, dass Adi Hütter von der Eintracht nach Mönchengladbach wechseln wird. "Hätten wir das gemacht, hätten wir vielleicht drei Punkte weniger geholt. Und dann steigen wir ab. Deswegen war das Psychologie", so Dardai.

"Ich wollte mein Gesicht nicht verlieren"

Allerdings sei es keine leichte Entscheidung gewesen, die Hertha-Profis noch einmal zu übernehmen, wie er betonte: "Ich hatte so einen schönen Job als Jugendtrainer, und was ich von den Profis gesehen habe, war nicht gut. Sie haben immer wieder die gleichen Fehler gemacht", sagte er und betonte: "Ich wollte nicht mein Gesicht verlieren." Nichtsdestotrotz gelang am 33. Spieltag der vorzeitige Klassenerhalt, die Hauptstädter werden somit auch die kommende Saison in der Bundesliga verbringen.

"Es wird sich zeigen, was passiert"

Ob Dardai die Mannschaft über den Sommer hinaus betreuen wird, ist jedoch offen. Am Montagnachmittag werde er sich mit Sportdirektor Arne Friedrich unterhalten, verkündete Dardai, die finale Entscheidung obliegt allerdings dem künftigen Sportchef Fredi Bobic. "Es wird sich zeigen, was passiert. Ich kann die Ü40 oder die U9 trainieren - ich komme mit allem klar, solange am Wochenende ein Spiel ansteht und ich ein bisschen mit dem Schiri meckern kann", so Dardai. 

Florian Bajus  
24.05.2021