Identifikationsfigur

Da Costa vor Abgang aus Frankfurt? Das ist dran

Danny da Costa könnte die Eintracht noch kurz vor Transferschluss verlassen. Foto: Imago

Verliert Eintracht Frankfurt mit Danny da Costa eine weitere Identifikationsfigur im Klub? Der Rechtsverteidiger hat bei Trainer Adi Hütter keinen leichten Stand und könnte die Hessen nun tatsächlich verlassen.

Aus Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Die Informationen von Sport1 decken sich mit denen von fussball.news: Der FC Schalke 04 hat Interesse an einer Verpflichtung von Frankfurts Danny da Costa. Der 27-Jährige hatte schon in der vergangenen Saison zeitweise seinen Stammplatz verloren, die Beziehung zu Coach Adi Hütter gestaltete sich als schwierig. In der Sommervorbereitung sah es zunächst so aus, als hätte sich der gebürtige Neusser seinen Platz im Team von Eintracht Frankfurt zurückerobert und sei auf dem besten Weg zum Führungsspieler. Doch bereits am ersten Spieltag in der Bundesliga, im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld, wurde der Defensivspieler zur Halbzeit ausgewechselt, beim 3:1-Auswärtserfolg in Berlin durfte Konkurrent Almamy Toure von Beginn an ran. Für den Pokalsieger von 2018 ein De-ja-vu.

Nach Schalke auch Köln und Wolfsburg in der Verlosung?

Der im Rhein-Main-Gebiet sesshaft gewordene da Costa ist nun wohl endgültig ins Grübeln gekommen, ein Wechsel ist nicht mehr ausgeschlossen. Nach dem Abgang von Mijat Gacinovic (1899 Hoffenheim) könnte die Eintracht damit die nächste Identifikationsfigur verlieren, die auch für das Binnenklima innerhalb der Mannschaft wichtig ist. Das Interesse des FC Schalke 04 ist hinterlegt, ein Wechsel nach Gelsenkirchen könnte nicht zuletzt aber am aktuell noch vakanten Trainerposten und der sportlich ungewissen Perspektive scheitern. In der Bundesliga sind aber auch der 1. FC Köln und der VfL Wolfsburg noch auf der Suche nach Verstärkungen für die rechte Außenbahn. Während ein Wechsel zum 1. FC Köln durch da Costas Vergangenheit in Leverkusen wohl eher keine Option sein dürfte, könnte der VfL Wolfsburg durch das internationale Geschäft möglicherweise reizvoll sein. Ein offizielles Angebot soll nach Informationen von fussball.news aber noch keiner der Klubs abgegeben haben und bis zum 5. Oktober drängt die Zeit. Ein Wechsel zu Hertha BSC stand zwischenzeitlich auch zur Debatte, ist seit der Verpflichtung von Deyovaisio Zeefuik allerdings kein Thema mehr.

Leihe und neuer Anlauf 2021?

Da Costa ist bei den Hessen vertraglich noch bis 2022 gebunden, eine Leihe könnte deshalb aus vielerlei Hinsicht Sinn machen. Zum einen haben die Frankfurter wohl kein Interesse, den Publikumsliebling in Coronazeiten und kurz vor Transferschluss zum Schnäppchenpreis zu veräußern, zum anderen soll die sportliche Leitung durchaus an das Potential des ehemaligen Ingolstädters glauben und ist sich den Sympathien, die da Costa über das Frankfurter Umfeld hinaus trägt, bewusst. Der wiederum könnte anderswo Spielpraxis sammeln, um dann im kommenden Sommer mit breiter Brust nach Frankfurt zurückzukehren. Ein dauerhafter Abgang dürfte ohnehin wohl kaum im Sinne da Costas sein, fühlt er sich in Klub und Stadt - abgesehen von der sportlichen Situation - doch sichtlich wohl. Doch gerade der sportliche Aspekt könnte nun im einzigen Ausweg, einem Abgang, münden. Auch wenn die Frankfurter damit womöglich die direkte Konkurrenz stärken würden.

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Benjamin Heinrich  
30.09.2020