Schwachpunkt Offensive

Czichos kritisiert FC-Kader: "Nicht optimal strukturiert"

Rafael Czichos ist die schwache Besetzung der Sturmspitze ein Dorn im Auge. Foto: Imago
Rafael Czichos ist die schwache Besetzung der Sturmspitze ein Dorn im Auge. Foto: Imago

Seit Wochen wird beim 1. FC Köln über Trainer Markus Gisdol diskutiert, auch die Kaderplanung des vergangenen Sommers wirft Fragen auf. Letztgenanntes kritisierte nun Innenverteidiger Rafael Czichos.

Vorne ungefährlich, hinten anfällig: Der 1. FC Köln zählt schon die gesamte Saison über zu den Sorgenkindern der Bundesliga. Erst 25 Tore hat die Mannschaft von Markus Gisdol erzielt, Torwart Timo Horn musste 46 Mal hinter sich greifen. Mit 23 Punkten aus 26 Spielen belegen die Kölner den Relegationsplatz, die Hoffnungen im Kampf um den Klassenerhalt ruhen auf den Rekonvaleszenten Florian Kainz und Sebastian Andersson, die der Offensive nach der Länderspielpause unter die Arme greifen sollen.

Czichos legt den Finger in die Wunde

Bislang musste Trainer Gisdol viel Kritik einstecken. Unter seiner Leitung ist allen voran zu erkennen, dass die Mannschaft Schwierigkeiten im letzten Drittel hat und sich kaum Möglichkeiten erspielt. Eine Ursache dafür ist jedoch die Kaderplanung von Geschäftsführer Horst Heldt: Gisdol verfügt zwar über viele zentrale Mittelfeldspieler, dafür aber nur über einen klassischen Mittelstürmer, der die zahlreichen Flanken von der Außenbahn verwerten könnte. Dieses Ungleichgewicht hat auch die Mannschaft längst erkannt: "Wenn wir jetzt auf die Offensive schauen, ist das große Problem, das wir die ganze Saison über haben, dass der Kader nicht optimal strukturiert ist. Da braucht man nicht drum herumreden, gerade was die vorderste Reihe angeht", wird Innenverteidiger Rafael Czichos vom Express zitiert.

FC "in einer Situation, in die wir nicht rein wollten"

Über Gisdol, der bei einer Niederlage gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende (2:2) vermutlich entlassen worden wäre, sagte Czichos: "Der Trainer ist hier vor knapp anderthalb Jahren in einer sehr schwierigen Situation gekommen. Wir wussten auch vor der Saison, dass es schwer werden wird." Nun befinde sich die Mannschaft "wieder in einer Situation, in die wir nicht rein wollten. Aber der Trainer hat sich nicht verändert in den letzten anderthalb Jahren." Dass Gisdol die Mannschaft bis Saisonende betreuen wird, ist allerdings nicht in Stein gemeißelt.

Florian Bajus  
26.03.2021

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