Tottenham Hotspur

"Das ist nicht Fußball": Conte wettert gegen den Videobeweis

Conte flog nach dem VAR-Einsatz wegen Protests vom Platz. Foto: Getty Images
Conte flog nach dem VAR-Einsatz wegen Protests vom Platz. Foto: Getty Images

Die Tottenham Hotspur haben am Mittwochabend den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Phase der Champions League durch ein 1:1 gegen Sporting verpasst. Zwar halten die Londoner weiter alle Zügel in der eigenen Hand, dennoch ist der Ärger bei Antonio Conte weiter groß. Der Chefcoach fühlte sein Team vor allem durch den Videobeweis benachteiligt.

Tief in der Nachspielzeit schien Harry Kane den Siegtreffer erzielt zu haben, nach langer Überprüfung durch den VAR wurde dem Tor die Anerkennung verweigert. Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft stand nach Ansicht der Unparteiischen denkbar knapp im Abseits. Conte regte sich darüber so sehr auf, dass er sich eine Rote Karte einhandelte und wohl im Gruppenfinale bei Olympique Marseille fehlen wird. Auch am Freitag in einer Pressekonferenz vor dem Ligaspiel gegen den AFC Bournemouth hat sich der aufbrausende Italiener kaum entspannt.

"Was da im letzten Spiel passiert ist, war unglaublich"

Gleich zweimal setzte Conte zu einer Tirade gegen den Videobeweis in seiner aktuellen Nutzung an. "Was da im letzten Spiel passiert ist, war unglaublich, unglaublich", sagte der Ex-Profi. "Du machst ein Tor und bist für die nächste Runde qualifiziert, du feierst schon und dann erfinden sie einen Grund, um fünf Minuten lang den Videobeweis zu bemühen. Dann wird eine Entscheidung getroffen, und du weiß nicht mal, ob sie korrekt war." Bei Abseitssituationen gibt es letztlich keine große Grauzone, auf die sich Conte berufen könnte. Dennoch ärgert ihn maßlos, dass der VAR-Eingriff inzwischen oft so lange dauert.

"Sie schießen ein Tor und wissen nicht, was dann passiert"

"Das ist nicht Fußball, weil es die Emotionen nimmt, von allen und besonders von den Spielern. Sie schießen ein Tor und wissen nicht, was dann passiert. Vielleicht findet jemand eine Minute vorher ein Foul? Das passiert aber nur, wenn sie es wollen", ätzte Conte. Beim letzten Premier-League-Spiel blieb die Intervention des Videoassistenten aus, als Tottenham ein Foul an Torwart Hugo Lloris beim Tor zum 0:1 wähnte. Die Heimniederlage gegen Newcastle United hatte so für Conte und Co. ein eindeutiges Geschmäckle.

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Lars Pollmann  
28.10.2022