Werder soll empfänglicher für Kritik werden

Burdenski ärgert "die 'Aufarbeitung' der alten Saison"

Kohfeldt und Co. entgingen haarscharf dem Abstieg. Foto: KAI PFAFFENBACH/POOL/AFP via Getty Images
Kohfeldt und Co. entgingen haarscharf dem Abstieg. Foto: KAI PFAFFENBACH/POOL/AFP via Getty Images

Werder Bremen hofft in der neuen Spielzeit nach der Beinahe-Katastrophe des Abstiegs auf eine ruhigere Saison. Der Sommer hat dabei nicht die vielerorts erwarteten mannigfaltigen Veränderungen mit sich gebracht. Dieter Burdenski legt kritisch den Finger in die Wunde.

"Geärgert habe ich mich über die 'Aufarbeitung' der alten Saison. Das Aus der Co-Trainer Horsch und Gruev war eine Alibi-Entscheidung, nur um etwas zu verändern", schreibt die Klublegende in einer Kolumne für die Bild-Zeitung. Er sieht das verabschiedete Duo wohl als eine Art Bauernopfer, nicht aber als ausreichende Konsequenz auf die Verfehlungen des Vorjahrs. "Übrigens wurden auch die beiden Trainer von Florian Kohfeldt geholt. Aber nur sie mussten am Ende den Kopf herhalten", so Burdenski spitzfindig.

"Noch kein fertiger Trainer"

Kohfeldt hatte nach der Relegation eine kurze Zeit offengelassen, ob er auf die Trainerbank des SV Werder zurückkehren würde. Burdenski erwartet, dass die schlechte Vorsaison den Siegener entscheidend reifen lässt. "Kohfeldt ist noch kein fertiger Trainer. Na klar, lief sein Start sehr gut. Aber das war bei seinen Vorgängern auch nicht anders", so der 69-Jährige, der zu aktiven Zeiten über 600 Pflichtspiele für die Hanseaten absolvierte.

"Mehr Offenheit für andere Meinungen"

Der gebürtige Bremer Burdenski hat sich in der jüngeren Vergangenheit wiederholt mit kritischen Stimmen zu Wort gemeldet, Werder reagierte darauf bisweilen pikiert. "Die Verantwortlichen, insbesondere Frank Baumann und Kohfeldt, empfinden Äußerungen von außen schnell als persönlichen Angriff", schreibt er nun. Er wünsche sich "mehr Offenheit für andere Meinungen und Beurteilungen" bei Werder. 

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Lars Pollmann  
10.09.2020